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jeden an. An den braunen Tischen sitzen
schwatzend, rauchend, kartenspielend die Allotrianer
. Dort spielt Lenbach seinen Tarock,
rechts von ihm sitzt auf eigenem Stuhl sein
schwarzer Spitz mit weißer Vorderpfote. Jeden
Abend fand sich der weltberühmte Porträtist
hier ein. Zuerst ißt er Abendbrot, meistens
abgebräunten Kalbskopf und dabei wird ein
Journal angesehen. Wenn Lenbach ein Zeitungsblatt
oder eine Reproduktion genau betrachten
wollte, schob er die bekannte Brille
auf die Stirn und hält das Blatt ganz nahe
an das rechte Auge, denn das andere war
fast blind. Dann wird Cercle gehalten. Der
eine erhält Lob, der andere Tadel; manche
j. s. sargent
aegyptisches
mädchen «« «
treffende, witzige Bemerkungen werden ausgetauscht
; zuletzt bleiben noch drei an dem
Tische, das sind seine Tarockkumpane. Die
Karten werden gebracht; wer gibt? Abheben!
Rot ist Trumpf usw.
Die Reihen der Tische hinunter sitzen sie
gesteckt voll.
In einem Winkel längs der Galerie an einer
der romanischen Säulen geht es besonders
lebhaft zu. Hier drängt sich ein ganzes Rudel
zusammen, selbst aus dem hintergelegenen
Billardzimmer mit dem Queue in der Hand
sind einige herzugeeilt. Alles sieht zu dem
Tisch herüber, wo Schwabenmaier — natürlich
noch ehe er gestorben — sich einen Neuling
gekapert hat und um die bewußte Fläsch
„Mühle fährt". Offenbar führen sie irgend
einen Streich gegen ihn im Schilde.
Vertieft in eine komplizierte Stellung, merkt
Schwabenmaier nicht im geringsten auf seine
Umgebung. Da ruft aus dem Knäuel der
andern die Tante: „Guschtävle, ich hab eine
Zigarr' vom Prinzregent." Das war eine gewöhnliche
Geschichte, denn der Prinzregent
verteilte bei seinen Atelierbesuchen stets
Zigarren.
Noch in Gedanken an den nächsten Zug
streckt Schwabenmaier seine Hand aus und
befiehlt: „Gib sie her." Er beißt darauf,
flucht und wirft sie weit weg mitten in den
Saal, daß alle Hunde mit eingezogenen Schwänzen
und johlendem Geheul unter die Tische
flüchten. Die Zigarre war von Holz gewesen.
Das Gelächter über den gelungenen Witz kann
sich jedermann selbst ausmalen. Guschtävle
lächelte auch ein weniges, zog dann seinem
Partner alle Mühlen zu, worauf er mit der
gewonnenen Fläsch vergnügt an einen andern
Tisch trottete. Das Corpus delicti — die
hölzerne Zigarre —hat aber Strathmann in seine
Raritätensammlung getan, und man kann noch
heute an der tiefen Einkerbung das starke
Gebiß des seligen Gustavs bewundern.
(Der Schluß folgt)
VOM SCHWEIZER KUNSTLEBEN
D ASEL. Wir haben noch von einigen Ausstellungen
zu berichten, die am Schlüsse der Saison in
unserer Kunsthalle stattgefunden haben. Die wichtigste
war die des Nachlasses von Dr. Fritz Schider.
Wer das »Schweizerische Künstlerlexikon« durchblättert
, wird bei den meisten der gegenwärtigen
Basler Künstler die Notiz finden, daß sie von einem
ausgezeichneten Lehrer, eben Dr. Fritz Schider, ihre
erste künstlerische Ausbildung und den richtigen
Hinweis auf ihre Laufbahn erhalten haben. Schider
war ein Salzburger (geb. 1846), hatte zuerst in Wien,
dann in München unter Alex. Wagner, Ramberg und
Lindenschmitt studiert und bald eine Eigenart ge-
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