Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 17. Band.1908
Seite: 133
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-^-S=ö> FRANCISCO DE GOYA 0*-o-

F. GOYA

DAS PHANTOM (RADIERUNG)

Aus den Proverbios

wunden Seele Gestalt gewann. Aber diese
Wechselbälge, Vampyre, Giganten, der Ekel
dieser doppelköpfigen oder zweigeschlechtlichen
Wesen ist mit solcher Kraft geschildert
, so energisch gefaßt, daß man
fühlt, der Künstler ringt mit diesen Gespenstern
, um sein Gemüt von ihrem Alpdruck
zu befreien; er schildert die Qualen
seiner Seele mit der gleichen rücksichtslosen
Offenheit, mit der er auch andere sieht, er
ist auch hier aufrichtig, und ist das, was er

gibt, auch nicht wahr, so muß er es doch
erlebt haben.

Der mit Worten gar nicht zu begreifende
Vorstellungskreis der Caprichos und Proverbios
(Abb. S. 132, 133 u. 134), deren Darstellungen
zur Auslegung allerdings geradezu
herausfordern, hat dazu geführt, ihnen
politische Ideen unterzulegen. Dagegen hat
sich Goya noch selber verwahrt, aber er
hat nicht hindern können, daß man seine
Bilder und Blätter in biographischem Sinne

F. GOYA

ZEICHNUNG

133


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