Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 17. Band.1908
Seite: 386
(PDF, 165 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_17_1908/0467
-sx=4=g> DIE FRÜHJAHRSAUSSTELLUNG DER WIENER SECESSION <ö^~

für einen Aufstellungsort im Freien erdacht
sind. Nun hat Architekt Robert Oerley
dem einen Uebelstand dadurch abzuhelfen gesucht
, daß er den ganzen verfügbaren Raum
nur durch drei Pfeilerwände aufteilte und
diese in ein objektives Mattgold und Weiß
kleidete; alles, was selbst im kleinen Rahmen
auf dekorative Farbenwirkung angelegt ist,
paßt sich vortrefflich ein, aber selbst die intimen
Bilder behaupten sich, sobald man jedes
in der notwendigen Isolierung betrachtet. Bei
der Plastik war auf das Schwächliche von Gipsmodellen
keineswegs Rücksicht zu nehmen, da
sie von vornherein nicht zur Ausstellung zugelassen
wurden; Materialechtheit war ein
Programmpunkt, auf dem einige der Künstler
umsomehr beharren durften, als sie selbst die
Ausführung ihrer Entwürfe besorgten. So
hat Ferdinand Andri mit einer wahren

Mönchsgeduld aus drei Baumstämmen den ungeheuerlich
großen „Sankt Michael" geschnitzt,
der später, aus Kupfer getrieben, an einem
dunkelgrauen Granitbau, dem sogenannten
Zacherlhaus am Bauernmarkt, von der Höhe
des zweiten Stockwerkes auf das Treiben in
der „innern Stadt" hinabsehen wird. Wie er
da mit erhobenem Schwerte über dem Drachen,
der als Sockel dient, triumphiert, in goldglänzender
Rüstung, mit den gleich einer
Flamme wehenden Haaren, erinnert er archaisierend
andiemittelalterlichen Kirchenpatrone;
und doch hat Andri, der als Bauernmaler derb
auftrat, hier die Wucht durch liebenswürdige
Züge zu mildern, in einem Brunnen aus grünglasiertem
Ton Humor in das Wasserspiel des
„Froschkönigs" zu bringen gewußt. Noch
weiter zurück weist Anton Hanak in seinen
stilistischen Beziehungen, zu den herben Pla-

ludwig wieden

bildnis

Frühjahrsausstellung der Wiener Secession

386


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_17_1908/0467