Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 12
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FRITZ ERLER

MOSEL (1899)

Wandgemälde im Weinhaus Trarbach in Berlin

seine klare und rückhaltslose Kritik doch den
größten Einfluß auf den Jüngling. Allmäh-
lig fühlte dieser freilich das Bedürfnis, im
Handwerklichen der Malerei intensiver gefördert
zu werden, als das in Breslau möglich
war. Er versuchte es in Berlin, kehrte ganz
unbefriedigt zu Braeuer zurück, ging dann
nach München, fand aber auch hier nicht den
rechten Wegweiser und müßte seine erste
Münchner Zeit so ziemlich als eine verlorene
betrachten, wenn ihn nicht wenigstens das
Studium der Alten in der Pinakothek gefördert
hätte. Dann abermals Breslau, anatomische
und perspektivische Studien und ein
bißchen Freilichtmalerei. Als der Winter des
Jahres 1892 kam,entschloß ersieh, trotzBraeuers
Widerspruch, in Paris weiter zu studieren und
trat in die bekannte Schule von Julian ein.
Hier fand er vor allem, was ihm bis jetzt
gefehlt, eine ungewohnte Ruhe in der Arbeit.
In eine persönliche Beziehung zum Meister
tritt man bekanntlich in jenen Pariser Schulen
kaum und seinen offiziellen Meister — Bou-

guereau — hat Erler fast nie gesehen. Auch
unter der KorrekturFerriers arbeitete er.Schließ-
lich wurde aber der Drang, produktiv zu schaffen
in ihm so mächtig, daß er die nüchterne Studienarbeit
in der Schule nicht mehr aushielt, ein
Atelier mietete und nun drauf los malte. Damals
entstand eine Reihe von Bildnissen der
Familie Röse, entstand das merkwürdig phantastische
Bild der „Schlittschuhläufer", zu dem
ihm ein Gedicht Gottfried Kellers Anregung
gegeben, der poetisch - spukhafte „Herbstabend
", die „Tänzerin mit der Gitarre", vielleicht
jenes Bild, in dem man zuerst die ganze
persönliche Kraft des Malers Erler spürte.
Das Bild ist bereits überraschend breit und
einfach gemalt in seiner Harmonie von Schwarz
und Grau. Bedeutsamen Einfluß auf seinen
Stil hatten Reisen nach den Küsten der Nor-
mandie und der Bretagne. Da war jungfräulich
herbe Natur, waren Uferlandschaften von
wildem, trotzigem und die Phantasie anregendem
Charakter, zerklüftete, tollgeschichtete,
von Sturm und Wogen zernagte, bizarre Ufer-

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