Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 26
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LENBACH ALS KOPIST UND KUNSTBERATER DES GRAFEN SCHACK

FRITZ ERLER

Aus dem Pavillon des Hauptresiaurants auf der Ausstellung München 1908

WASSER (1908)

Corsini, ein Palma Vecchio, ein Porträt von
Moroni mit Landschaft im Palast Colonna,
Romulus und Remus von Rubens auf dem
Kapitol, der Violinspieler, der Velasquez und
Sebastian de Piombo, ein Poussin sind alles
Bilder, die ich in Rom noch sehr gerne malen
möchte", schrieb Lenbach am 21. Nov. 1864.
„Außerdem habe ich mehrere Bildnisse und
eine Venus im Bade in Arbeit, so daß dieser
Winter wohl mein tätigster sein wird."

Dem „tätigsten Winter", der natürlich nur
einen Teil des Vorgenommenen zur Ausführung
bringen konnte, da Lenbach sehr in die Details
ging und an jedem Bilde bis zur Erschöpfung
malte, folgte ein noch fruchtbareres Jahr 1865,
das er vom Mai an mit Marees in Florenz

verbrachte. Ihre Stimmung spiegelt sich in
einem Satze des Briefes vom 30. April, welcher
heißt: „Auf Florenz freuen wir uns jetzt
leidenschaftlich, denn Bilder zu studieren
und besonders zu kopieren sind dort viel
mehr wie hier in Rom."

Von Florenz aus meldete Lenbach dem
Grafen in gewohnter Offenherzigkeit und mit
eingehender Motivierung, daß er im nächsten
halbenjahre voraussichtlich gegen lOOOGulden
brauchen werde. „Ist Ihnen diese Ausgabe
nicht zu groß, so habe ich folgendes zu machen
vor: Die Venus, den Hipolyto, die Bella oder
die Flora von Tizian, die sog. Gelehrten des
Rubens, das Konzert des Giorgione, dann,
wenn ich ein Atelier bekommen kann, ein

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