Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 34
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-5^> DIE BEGRÜNDER DER MODERNEN LANDSCHAFTSMALEREI <^M?-

dem Ländern setzte die Kunst mit dem
Klassizismus ein, um ihren Endpunkt im Impressionismus
zu finden.

Der erste große englische Landschafter,
RichardWilson(1714— 1782),huldigte, durch
einen majestätischen Genius unterstützt, zwar
dem Klassizismus, jedoch in so biegsamer
Form, daß er unsere Sympathie erwirbt, obgleich
er sich nicht davon befreite, die Landschaftsmalerei
als einen Zweig der historischen
Kunst anzusehen.

Diese Tradition aufzugeben, gelang erst
Gainsborough und Crome. Bei Lebzeiten
wurden jener und Wilson als Rivalen betrachtet.
Gainsborough sagt gelegentlich von sich selbst
aus: „Ich male Porträts, um Geld zu verdienen
, und Landschaften, weil ich sie liebe!"
Er zeigt in seinen Szenerien schon den vorbereitenden
Ansatz für das intime Bild, gleichwie
Romney bereits eine impressionistische
Note in sich trägt.

Den Uebergang von Wilson zu Crome vermittelten
die großen niederländischen Landschaftsmeister
, auf deren Kunst der letztere
seine Malweise aufbaute, um sich dann zu
einem selbständigen Stil durchzuringen. Er
ist in Sujet und Auffassung rein national englisch
, in der Hauptsache sich an die Natur
haltend, aber ebenso wie die Holländer es
taten, sie mit künstlerischen Augen nachprüfend
. Er bereitet die Hinüberleitung zum
Stile Constables organischer als Gainsborough
vor, den er in dieser Beziehung gewissermaßen
vollendet, da letzterer in die Landschaft
einen subjektiv romantischen Zug einfügte
, ebenso wie er im Porträt sich nicht
endgültig vom Rokoko lossagte. Im übrigen
gleichen die in seinen Damenbildnissen dargestellten
Personen in Haltung, Würde und
Charakterzeichnung Tassos Prinzessinnen,
seinen Eleonoren, in englische Malweise übersetzt
.

John Crome wurde 1769 in Norwich geboren
und war mithin 42 Jahre jünger wie

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