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LENBACH ALS KOPIST UND KUNSTBERATER DES GRAFEN SCHACK
und mußte mich auf Anregen zu einem neuen
Bilde für Sie beschränken. —- Heute Abend
8 Uhr geht die Reise nach Spanien weiter.
Wir sind beide im höchsten Grade gespannt."
Nach ihrer Ankunft in Madrid entwickelten
die beiden Freunde und insbesondere Lenbach
mit seinem überlegenen Können eine außerordentliche
Tätigkeit. Bis Mitte Januar waren
vier große und ein kleines Gemälde fertig:
Lavinia von Tizian, Philipp IV. mit dem Hunde
von Velasquez und die Geliebte Tintorettos
(Lenbach), Alonso Cano und der Infant zu
Pferde von Velasquez (Liphart), und die Kopie
Galerie in einen anderen Saal zu bekommen,
habe ich nach vieler Bemühung endlich erhalten
und so habe ich vor, die nächste Woche
die Leinwand zu präparieren und das Bild zu
untermalen bis zu dem Grade, wo ich es
trocknen lassen muß. So wird zwar die Vollendung
des Porträts Philipps IV. mit dem Hunde
bis Anfang Januar verschoben, aber da Ernst
mit dem Infanten zu Pferde erst Mitte Januar
fertig sein wird, so können die vier Bilder
doch erst ungefähr am 20. Januar abgeschickt
werden. Ernst macht die Kopie des Infanten
sehr gut, er führt sie aus wie nur möglich,
J. M. W. TURNER
DIE ABTEI NEWARK
des Riesen-Porträts Karl V. von Tizian schon
untermalt. Doch lassen wir lieber Lenbachs
Briefe aus jener Zeit reden. „Madrid, am
12. Dezember 1867. Wir sind im höchsten
Grade überrascht und erfreut über Ihren Plan,
kommendes Früh jähr selbst hierherzukommen.
Die Reise nach dem Süden v/ird uns beiden
vorkommen, wie nach dem Paradiese selbst. Wir
werden alles tun, Ihnen die Reise angenehm
zu machen und hauptsächlich unsere künstlerischen
Kräfte (an Gelegenheit fehlt es sicher
nicht) zur Verfügung stellen. Zu der Kopie
nach Karl V. ist in ganz Madrid keine Leinwand
in der Größe des Originals aufzutreiben,
mußte deshalb eine aus Paris verschreiben
lassen. Ich hoffe, sie kommt in diesen Tagen an.
Die große Vergünstigung, dieses Bild aus der
so daß man ganz den Eindruck des Originals
haben wird."
„Die Lavinia ist noch schöner womöglich
als das ähnliche Bild in Berlin, nur auch
etwas verrestauriert. Ich habe es so kopiert,
daß es wenigstens den Mangel an Retouchier-
flecken dem Original voraus hat. Die Kopie
macht hier einiges Aufsehen, ich hätte sie
leicht hundertmal verkaufen sollen."
„Karl V. zu Pferde ist unter allen Bildern
des hiesigen Museums wohl schon deshalb
das lohnendste, da in Deutschland kein ähnlich
-merkwürdiges sich befindet. Es ist nur
eine Riesenarbeit und nicht genau zu übersehen
; ich kann daher nicht voraussagen, wie
lange Zeit ich dazu verwenden muß.--"
„Madrid am 3. Januar 1868.--Am 20.
50
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