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LENBACH ALS KOPIST UND KUNSTBERATER DES GRAFEN SCHACK
J. M. W. TURNER
DAS SEEBEGRÄBNIS DAVID WILKIES
AUF DER HÖHE VON GIBRALTAR^©»
Kopie dieses Wunderwerkes arbeitete, die er
in unglaublich kurzer Zeit vollendete, indem
er von früh morgens bis zum späten Abend
daran malte, in einer solchen Aufregung befunden
, daß ihm auch der Nachtschlaf dadurch
geraubt worden sei und er kaum irgend eine
Speise habe zu sich nehmen können."
Ende März konnte Lenbach bereits melden,
daß er am Schlüsse seiner riesigen, mit
fast unüberwindlichen Schwierigkeiten verbundenen
Arbeit stehe. „Die Kopie nach
Karl V. naht endlich der Vollendung, nachdem
ich erfahren habe, was so ein großes
Bild in einem Museum zu malen für Anstrengung
kostet. Ich freue mich jetzt schon
sehr auf Ihre Ankunft und hoffe, daß Sie
mit dem Resultate meines Aufenthaltes in
Spanien zufrieden sein werden. Ich glaube,
diese Kopie ist meine schneidigste und beste
Arbeit; man nimmt daran hier großen Anteil,
manchmal bin ich so von Menschen umringt,
daß ich mir auf der Treppe, worauf ich arbeite,
vorkomme, wie wenn ich auf dem Schaffot
wäre.
„Mit Kopieren mache ich hiermit den Schluß;
obwohl ich jetztmein finanziellesGlück machen
könnte auf diesem Wege. So wurdenmirgestern
8000 Franken geboten, falls ich eine Kopie nach
Karl V. wiederholen wollte. Ich lehnte alle
Aufträge in der Art ab, weil ich jetzt mein
produktives Ziel zu verfolgen das größte Bedürfnis
habe. Auchging's, noch weiter in einem
Museum zu arbeiten, über meine Kräfte."
Unsern Lesern wird nicht entgangen sein,
daß Lenbach von Anfang an die Honorarregelung
selbst in die Hand nahm, wobei er
im Bewußtsein seiner wachsenden Leistungen
allmählich zur selbständigen Erhebung größerer
Summen mit nachzuholender Billigung des
Grafen überging. Auch den Endpunkt seiner
Tätigkeit setzt er, nicht sein Auftraggeber
fest. Schack war keineswegs verletzt durch
die im letzten Briefe enthaltene deutliche
Absage. Im Gegenteil bewilligte er dem frei-
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