Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 64
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-p4^> DIE GROSSE BERLINER KUNSTAUSSTELLUNG 1908 <ö^~

Landschaft und Porträt. Weniger kommen zu
Worte Stilleben, Genrebild und größere Kompositionen
, ganz zu schweigen vom Historienbild
, dessen spärliche Vertreter sich nicht über
das Niveau des Panoramengeistes erheben.

Landschaften sind in Hülle und Fülle vorhanden
; wir begegnen ausgezeichneten Namen
wie Langhammer, Vinnen, Hoffmann-Fallersleben
, Richard Kaiser, Hans Herrmann
, L. Sandrock, neben denen wir noch
Max Uth mit seinen stimmungsreichen Waldbildern
, Siegfr. Mackowsky mit seiner winterlichen
Städteansicht erwähnen möchten, sowie
den in Königsberg wirkenden Olaf Jernberg,
dessen „Haus am Dünenhang" mit seinen lichten,
leichten Tönen einen feinen Sinn für das Charakteristische
in der Landschaft verrät und
endlich Carl Albrechts „Sommertag" (s. Beilage
), in dem der Künstler die Wirkung
der in gut gewähltem Ausschnitt gegebenen
Fernsicht durch die nach dem Hintergrund
blickende Figur psychologisch fein unterstützt
. Unter den wenigen Ausländern zeichnen
sich aus der Belgier H. Cassiers mit
seiner Amsterdamer Ansicht, sowie Victor
Gilsoul, der eine vorzügliche flandrische
Kanallandschaft (Abb. S. 62) geschickt hat.
Der ebenfalls in Brüssel tätige Herm.Richir
stellt neben einem guten Bildnis des Prinzen
von Hohenzollern ein großes Porträtstück aus,
dessen Gegenstand ein kleines Fräulein mit
ihrem vom Kammerdiener geführten Reitpferd
ist, und das mit gutem Erfolg versucht, in althergebrachte
, aus England stammende Konvention
neues Leben zu bringen.

Von weiteren Porträts führen wir an die
„Familie des Künstlers" von G. L. Meyn (Abb.
S. 69), die beiden trefflich charakterisierten
Kinderbilder von Ernst Heilemann, Miß und
Mr. Long, den gut gelungenen Kopf Max J.
Friedländers von Schulte im Hofe, sowie
das lebendige Damenbildnis Hermann Göhlers
(Abb. S. 67).

Otto Heichert in Königsberg, der schon
im vorigen Jahre ein höchst interessantes Heilsarmeebild
ausgestellt hatte, hat diesmal wieder
aus derselben Quelle geschöpft (Abb. S. 78).

Im guten Sinne monumentale Werke sind
sehr wenige vorhanden. Willy von Beckerath
arbeitet in seinem „Johannes" (Abb. S. 59) mit
fest akzentuierten, äußerst eindrucksvollen Bewegungsmotiven
bei einer starken farbigen Stilisierung
, die für einen ungeheuren Raum berechnet
ist, und Johann Bossards Riesengemälde
„Tatkraft" (Abb. S. 64 u. 65) zeugt von
einer vorzüglich plastischen Schulung, die der
Aufgabe der dekorativen Monumentalmalerei
durchaus gerecht wird.

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