Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 66
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-^=4^> WIE ENTSTEHT EIN KÜNSTLERLEXIKON? <^=^

Man sieht, es ist doch eine ganze Reihe von
Kunstwerken zusammengekommen, die man
unbedingt anerkennen kann als vollwertige
Schöpfungen ernst schaffender Künstler. Wenn
etwas zu bedauern ist, so ist es der Umstand,
daß sie sich in Gesellschaft von so unsäglich
vielem Mittelgut und direkten Stümpereien befinden
, die ja vielleicht als minderwertige Folie
den Eindruck der guten Sachen heben, aber
doch den Beschauer ermüden und ungeduldig
machen. Ein rigoroseres Vorgehen der Kommission
bei der Aufnahme der auszustellenden
Werke wäre daher sehr zu wünschen.

APHORISMEN

Die Baulust der Gegenwart baut für Zwecke des
Straßenbildes. Eine frühere Zeit, die zu wohnen
verstand, baute für die Bedürfnisse des Familienlebens
und der Geselligkeit in ihm. j0h. Jacob Mohn

*

Wir beurteilen die Leute nicht nach ihrem Wert,
sondern nach dem unsrigen. Julius Münz

*

Zum Talent kommen die Musen zu Besuch, das
Genie suchen sie heim.

PAUL OESTEM

FÜTTER UNG

Große Berliner Kunstausstellung 1908

WIE ENTSTEHT EIN KÜNSTLERLEXIKON
?

Von Dr. Hans Vollmer

Soeben ist der zweite Band des großen, von
Dr. Ulrich Thieme und Dr. Felix Becker in
Leipzig herausgegebenen „Allgemeinen Künstlerlexikons
"*) erschienen. Wir benutzen diese
Gelegenheit, um, einem Wunsche der Redaktion
dieser Zeitschrift Folge leistend, den Lesern
einiges über den komplizierten Entwicklungsgang
eines Künstlerlexikons mitzuteilen.

Die Allgemeinen Lexikader Bildenden Künstler
blicken auf keinen sehr alten Stammbaum
zurück. In der großen, 1751 von Diderot und
d'Alembert ins Werk gesetzten Enzyklopädie
der gesamten Wissenschaften war latent das
erste Künstlerlexikon enthalten. Selbständige
Form aber gewann dasselbe zum ersten Male
durch die Arbeit Joh. Rud. Füßlis, eines Mitgliedes
der bekannten Züricher Malerfamilie,
der 1763—77 ein Allgemeines Lexikon der
Bildenden Künstlerin einem Foliobande herausgab
. Sein Sohn, Hans Heinrich Füßli, setzte
1806—21 das väterliche Werk fort und
ließ 1824 noch einen Nachtragband zum
Buchstaben A folgen. Ungefähr gleichzeitig
(1819 bis 1822) brachte Pietro Zani
seine 28 Bände umfassende Enciclopedia
metodica heraus, die für italienische
Künstler bis heute die vollständigste
Namenlese darbietet, wenn sie auch nur
meist knapp Namen, Herkunft und Zeit
der Tätigkeit registriert. Einige spätere,
in der Hauptsache sich auf Füßli stützende
deutsche Lexikographen, sowie Ticozzis
Dizionario sind kaum weiter erwähnenswert
, bis dann 1835 Georg Kaspar Nagler
mit dem ersten Bande seines ursprünglich
nicht allzu umfangreich gedachten,
erst allmählich so gewaltige Dimensionen
annehmenden „Neuen Allgemeinen
Künstlerlexikons" (22 Bände, München,
1835 — 52) auf dem Plan erschien, einem
Werke, das —obgleich vielfach unzuverlässig
und fast allenthalben von der Forschung
überholt — seinen Benutzungswert
, namentlich für die Kenntnis der
drei Künstlergenerationen von ca. 1750
bis 1840, sich bis zu dieser Stunde bewahrt
hat. Zeitlich unmittelbar an Nagler

•) Allgemeines Künstlerlexikon der
bildenden Künstler von der Antike bis zur
Gegenwart. Unter Mitwirkung von 320 Fachgelehrten
des In- und Auslandes herausgegeben
von Dr. Ulrich Thieme und Dr. Felix
Becker. Bd. II. Halbfranz M. 35.—. (Leipzig
1908, Wilhelm Engelmann.)

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