Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 99
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-^4^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^$^

carl kustner

moorlandschaft

Ausstellung Darmstadt 1908

Ludwig Dill in Karlsruhe, Direktor Dr. Deneken
in Krefeld und Graf Harry Keßler in Weimar betrieben
das Projekt mit besonderem Nachdruck, interessierten
zumal die Berliner Secession dafür, und
schließlich machte auf Liebermanns Veranlassung
der >Deutsche Künstlerbund« die Sache zu der
seinigen; der Großherzog von Hessen übernahm
das Protektorat über die Veranstaltung, und rheinische
Großindustrielle erklärten sich bereit, das Unternehmen
, dem sicherlich auch eine gewisse politische
Bedeutung nicht abzusprechen war, weitgehend finanziell
zu unterstützen. Leider kam aber die ganze
Veranstaltung nicht zustande. Das vorbereitende
Komitee gelangte zu der Einsicht, daß es unmöglich
sei, für Paris eine würdige Ausstellung deutscher
Kunst zu arrangieren, soferne man nicht die Hauptwerke
der in Betracht kommenden Künstler aus
den staatlichen Museen leihweise bekommen könnte.
Am Widerstand des Kaisers scheiterte das Unternehmen
. Er verweigerte die leihweise Ueberlassung
von Werken der königlichen Sammlungen; angeblich
deswegen, weil sich die Veranstaltung als eine rein
secessionistische qualifizierte und sie dem Kaiser
darum nicht geeignet schien, die deutsche Kunst
zu repräsentieren. Ein offiziöses Dementi war reichlich
lahm: Alle Regierungen seien dem Projekt abgeneigt
gewesen, also auch die preußische Regierung,
>da wohl der Ort der Ausstellung nicht als der geeignete
Rahmen erschien, Produkte deutscher Kunst
entsprechend zur Ausstellung zu bringen«. Eine
nicht eben erquickliche Preßfehde, an der das leipziger
Tageblatt« und der >Cri de Paris« besonders
lauten Anteil nahmen, war die nächste Folge dieser
wenig erfreulichen Entwicklung. Die moderne deutsche
Kunst aber, die meines Erachtens auf die Absage
der offiziellen Kreise hin doch ein wenig zu
rasch die Flinte ins Korn warf, blieb vom Pariser
Herbstsalon fern; es ging damit wiederum eine Gelegenheit
verloren, dem Gros des französischen
Kunstpublikums, das sich die deutsche Malerei
immer noch im Banne Pilotys oder Anton von Werners
und anderer»Wohlbstallter« vorstellt, zu zeigen,
wo die deutsche Kunst eigentlich »steht«, was sie
kann und was sie will, und welche Kräfte sie besitzt,
die in die Zukunft weisen. g.j.w.

CTETT1N. Das Stettiner Museum leistet im Dienste
^ der Archäologie ganz Vorzügliches, obwohl es, aus
Mangel an Mitteln, keine Originalantiken besitzt.
Es hat sich z. B. zur Aufgabe gemacht, aus den auf
uns gekommenen Marmorkopien griechischer Plastik
die ursprünglichen Originale, die bekanntlich in
Bronze ausgeführt waren, zu rekonstruieren. Das
Stettiner Museum durfte sich bei diesem Unternehmen
des wissenschaftlichen Rates von Adolf Furt-
wängler und der vielseitigen, ausgezeichneten Hilfe

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