Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 100
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-3^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^=^

von Johannes Sieveking erfreuen. Die Rekonstruktionen
selbst wurden in der bekannten Geislinger
Galvanoplastischen Anstalt angefertigt, natürlich in
Hohlguß. Es sind bisher 16 Werke rekonstruiert
worden und ausgezeichnet gelungen. Als besonderer
Vorteil läßt sich rühmen, daß bei diesen Bronzearbeiten
auf alle häßlichen und störenden Stützen,
die bei Marmorwerken nötig sind, verzichtet werden
konnte. Von wissenschaftlichem Werte sind besonders
die Rekonstruktionen, die nach Art der im
Münchner Gipsmuseum aufgestellten, räumlich entfernte
Teile und Fundstücke des gleichen Originals
in der Rekonstruktion vereinigen; hier sei erwähnt
der Polykletische Narkissos, zusammengesetzt aus
dem im Louvre aufgestellten Körper und dem in
der Münchner Glyptothek erhaltenen Kopf, die Athena
Lemnia nach den Stücken, die in Dresden und Bologna
erhalten sind, der Diskuswerfer des Myron,
rekonstruiert aus dem Kopf in Palazzo Massimi-
Lancelotti und dem Körper im Vatikan. So bietet
diese schöne Antikensammlung nicht nur dem unbefangenen
Genießer schöner Kunst reine Freuden,
sondern sie ist auch für den Archäologen von nicht
geringem Interesse; vor allem aber mag der Kunstmuseumsbeamte
aus dem Stettiner Beispiel erkennen,
welche fruchtbaren Betätigungsmöglichkeiten sich
bei ernstem, wissenschaftlichem Streben auch für
ein kleineres Museum ergeben.

T ILM. Im Schwörhaus ist eine Gemäldegalerie
^ eröffnet worden, der u. a. auch 70 Bilder aus
der Staatsgalerie einverleibt worden sind.

AT" EN EDI G. Der Bürgermeister von Venedig Grimani
* versendet soeben eine Einladung zur Achten Internationalen
Kunstausstellung der Stadt Venedig 1909,
die vom 22. April bis 31. Oktober stattfinden soll. Wir
werden, wie bisher, seinerzeit über diese Ausstellung
berichten. Es werden innerhalb der Internationalen
Ausstellung verschiedene Sonderausstellungen, so
von Werken von Franz von Stuck, Anders Zorn, A.
Besnard und S. Kroyer stattfinden.

NEUE KUNSTLITERATUR

Oskar Münsterberg, Japans Kunst. Braunschweig
, Verlag von George Westermann. Geb.
M. 20.—.

In seinem Werke »Japanische Kunstgeschichte«
hat Oskar Münsterberg das grundlegende deutsche
Werk für die Beurteilung der künstlerischen Entwicklung
des märchenhaften Inselreichs gegeben.
Natürlich wird das Studium dieses sehr gelehrten
Werkes nur dem Fachmann und dem besonders begeisterten
Amateur möglich sein, eine Wirkung weiter
hinaus wird damit wohl kaum erzielt werden. Dafür
ist das vorliegende Buch besser geeignet; es ist
sozusagen ein Abriß des Hauptwerkes und in Ton
und Stoff viel volkstümlicher gehalten. Im Gegensatz
zu dem großen Werk, das einen nach den
einzelnen Techniken geordneten Querschnitt durch
Japans Kunst gab, ist hier die entwicklungsgeschichtliche
Darstellungsmethode gewählt, ein Längsschnitt
also, der uns von der prähistorischen Zeit mit ihrem
vorwiegend ornamentalen Stil bis ins neunzehnte
Jahrhundert führt, wo auch in Japan der Naturalismus
Triumphe feiert. Eine Reihe vorzüglicher Illustrationen
begleitet den Text, ja ihrer sind so viele,
es ist auf die anschauliche Wirkung so viel Nachdruck
gelegt, daß der Text fast als begleitendes und
erläuterndes Moment wirkt, und das Bildmaterial
als das Primäre erscheint. g.j.w.

Kunst der Gegenwart. Band 1: Lovis
Corinth. Text von Rudolf Klein. (Mit 2 Vierfarbentafeln
, 2 Mattkunstdrucken, 42 Tondruckbildern
, 1 Gravüre und 29 Handzeichnungen.)
Erschienen bei der Verlagsanstalt für Literatur und
Kunst in Berlin. In Bütten 5 M.

Ein neues monographisches Kunstunternehmen
wird mit diesem Bande unter guten Auspizien
eröffnet. Man legte m. E. bei Künstlermonographien
bisher zu viel Wert auf den Text, dem
man allzu breiten Spielraum ließ. War aber schon
einmal eine Publikation darauf ausgegangen, uns in
erster Linie den Künstler selbst durch sein reproduziertes
Werk vorzuführen, so waren entweder die
billigsten Reproduktionsarten gewählt oder die Publikation
war unerschwinglich teuer. Hier setzt dieses
neue Unternehmen glücklich ein: es bringt ergiebiges
Bildmaterial in verschiedenen guten Reproduktionsarten
und schraubt dabei seinen Preis nicht allzu hoch.
— Lovis Corinth, dieser saftige, frische, eigenartige
Künstler, den eigentlich erst sein 50. Geburtstag —
wenigstens beim weiteren Kunstpublikum — in den
Vordergrund gerückt hat, ist der Ehre gewürdigt
worden, diese Sammlung zu eröffnen. Zum literarischen
Interpreten seiner Kunst hat man Rudolf
Klein erwählt, von dem man zwar manches kluge
Wort, aber auch manches schiefe Urteil hört. Zumal
das ewige Schimpfen und Schmähen auf München
, in dem sich Klein gefällt, hat etwas Verstim-

adolf beyer bildnis der frau p.

Ausstellung Darmstadt 1908

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