http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_19_1909/0146
A. KAMPF
SELBSTBILDNIS
ARTUR KAMPF
EIN BEITRAG ZUR PSYCHOLOGIE SEINER KUNST
Von G. J. Kern
Kein Symptom des Verfalls, ein Zeichen
des Fortschrittes bedeutet für die Kunst
der Eintritt des Impressionismus in die Malerei
. Der entscheidende Umschwung von der
alten zur neuen Anschauungs- und Ausdrucksweise
vollzog sich, wie bekannt, in den sechziger
und siebziger Jahren des verflossenen
Jahrhunderts. In weniger als drei Jahrzehnten
hat der Impressionismus die Welt erobert
; heute ist er in Tokio ebenso „zu Hause"
wie in Paris. Der Kampf um seine Existenz
hat ruhigere Formen angenommen, seitdem
sein Bestehen gesichert erscheint. Aber der
Streit, der um ihn entbrannt ist, entbehrt auch
in der milderen Form mitunter der Objektivität
, die im Interesse der Sache billig gefordert
werden darf. Mißverständnisse haben in
die Lager seiner Anhänger und Gegner eine
Erbitterung getragen, die den Blick trübt und
die Hoffnung auf eine Verständigung der Parteien
leider noch in die Ferne rückt. Dabei
fehlt dem Hader oft die sachliche Unterlage.
Der Egoismus Einzelner und der Parteien verkennt
nur zu häufig, daß die Forderung nach
Die Kunst für Alle XXIV. 5. 1. Dezember 1908.
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Published Dezember 1908, Privilege of Copyright in the United States reserved under the Act approved March 3, 1905 by F. Bruckmann A.-G., Munich
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