Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 111
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-s?=4^> ARTUR KAMPF <fc^

a. kampf

studie

„Aachener Bürger bitten General Jourdan um
Schonung der Stadt". Der Rahmen genügt nicht
seiner Absicht, den Bildraum vom Innenraum
zu sondern, der das Werk umschließt. Hier
Linie, dort Farbe und Ton, hier „Komposition",
dort ein nach räumlich rhythmischen Gesichtspunkten
gewählter Ausschnitt aus der Wirklichkeit
. Nur durch ein Fenster, eine Tür, ein
„Loch" in der Wand unseres Hauses dringen
wir in das Innere der dunstgeschwängerten
Stube ein. Wenn wir versuchen, es allgemein
zu fassen: Dem Makrokosmos eines freskengeschmückten
Hauses, der in jedem einzelnen
Bilde der Aachener und Magdeburger Zyklen
Kampfs lebt, tritt in diesem Werke ein Mikrokosmos
gegenüber, der, wie jener, unter der
Form des „Geschichtsbildes" wesentliche
künstlerische Qualitäten verbirgt.

Trotzdem sich die Darstellung, auch im Einzelnen
, weit über die Naturstudie erhebt. Aber
der Vergleich mit einem Größeren kann das
Verdienst Kampfs nicht schmälern. Wir
erblicken es nicht zuletzt in dem Versuch,
auf künstlerischer Grundlage eine Neubelebung
der historischen Wandmalerei
anzubahnen. Sie mußte der Vergessenheit
anheimfallen, sobald sie diese Grundlage,
das Unterpfand ihrer Existenz, verloren
hatte. Der letzte Künstler, der historische
Stoffe monumental behandelt hat, ist Re-
thel; Kaulbach, Heß, Pilotyu.a. besaßen
Kenntnisse in der Geschichte, archäologisches
Wissen, aber weder ihre Gelehrsamkeit
noch Pilotys Anschluß an Gallait
und Delaroche vermochten den mangelnden
monumentalen Stil zu ersetzen. Die
Geschichtsmalerei, die an den Wänden
öffentlicher Gebäude Ruhm suchte, erntete
statt Anerkennung Spott, nachdem sie
scheinbar unter der Aera Piloty einen Aufschwung
erlebt hatte. Die Aufgabe, die
sich Kampf in den Magdeburger Fresken
stellte, gehört zu den schwierigsten Aufgaben
der modernen Kunst. Ob sie überhaupt
mit ihren Mitteln befriedigend gelöst
werden kann, ist zweifelhaft; umso-
mehr muß der Versuch Kampfs beachtet
und in seiner Bedeutung gewürdigt werden
. — Gilt Kampf bei solchen Aufgaben
die Herstellung einer inneren organischen
Verbindung des Bildwerkes mit der Architektur
als höchstes künstlerisches Ziel, so
erstrebt er absolute Trennung der beiden
Faktoren in Darstellungen, wie dem Bilde A. kämpf

Die Episode, auf die sich
Bildes bezieht, schildert der Kü
> Aachen sollte auf Befehl von
Nationalkonvents geplündert u
werden. General Jourdan lag
Begriff, auf Aachen zu mars
darob große Angst und Not.
der Stadt war natürlich nicht

die Darstellung des
nstler selbst wie folgt:
Robespierre und des
nd in Brand gesteckt
in Herve und war im
chieren. In Aachen
An eine Verteidigung

zu denken und man

weiblicher akt

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