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a. kampf
frühstück
Gotik im Kirchenbau außergewöhnlich lang fortlebte
, und daß sie sich besonders in den Jesuitenkirchen
behauptete — freilich nicht in ihrer ursprünglichen
reinen Form, sondern, wenn man so
will, als >Gotik in Dekadence«. In den Kunst- und
Baugeschichten findet man auffälligerweise von
dieser eigentümlichen Erscheinung kaum ein Wort,
man muß darum Brauns Arbeit, welche diese Erscheinung
nachdrücklich betont und historisch zu
erklären sucht, als die erste bezeichnen, die sich
dem interessanten, architektonisch und kulturell bedeutungsvollen
Problem mit dem nötigen wissenschaftlichen
Ernste nähert. G. j.w.
VERMISCHTES
"PvRESDEN. Die Dresdner Kunstgenossenschaft
hat sich nun auch ein eigenes Haus erbaut, das
seit einigen Wochen benutzt wird und am 4. Novemberfeierlich
eingeweiht wurde. Der Erbauer des Hauses
, von dessen Aeußerem wir S. 128 eine Abbildung
geben, ist der Dresdner Architekt Richard Schleinitz
. Das Haus liegt frei an der Ecke der Grunaer-
und Albrechtstraße und gereicht in seiner einfachen,
geschmackvollen Durchbildung dem Straßenbilde zur
Zierde. Die verschiedenen Raumgruppen des Innern,
wie der Konzertsaal mit seinen Nebenräumen, die
Klubräume, die Wohnung des Hausverwalters und
ein Restaurant(im Untergeschoß), treten im Aeußeren
charakteristisch hervor. Die Klubräume der Kunstgenossenschaft
, sowie der. Künstlerkeller haben ihre
Eingänge an der Grunaerstraße; zu dem Saal, der
für Konzerte, Vorträge u. a. dient, sowie zu den Gesellschaftsräumen
, die an Vereine vermietet werden,
gelangt man von der Albrechtstraße. Nach Süden
schließt sich ein geräumiger Garten an das Haus.
Der Saal, der ungefähr für 600 Personen ausreicht,
hat Oberlicht. Die Klubräume sind nett und gemütlich
; hier sind auch die Gemälde, die Büsten und
sonstigen Erinnerungsstücke aus den früheren Räumen
der Kunstgenossenschaft untergebracht, so daß
auch die Ueberlieferung des alten Künstlerheims
gewahrt bleibt. Glasgemälde nach Wilhelm Busch,
Teile des Frieses vom Parthenon (nachmodelliert von
Leopold Armbruster), Bildervon Kießling, Goller u.a.
schließen sich dem alten Kunstbesitz an. In dem
kleinen Saal, der zu den Klubräumen gehört, ist
besonders bemerkenswert, daß die einzelnen Felder
der schwarz und goldenen Holzdecke rasch und
leicht zur Seite geschoben werden können, so daß
für Ausstellungen, die hier stattfinden sollen, Oberlicht
hergestellt werden kann. Der Raum in dem
neuen Künstlerhause, das schon jetzt auch von anderen
Vereinen der Stadt lebhaft benutzt wird, ist
aufs äußerste ausgenutzt. Ohne großen Prunk sind
Räume geschaffen, die zu festlichem oder alltäglichem
Gebrauch geeignet sind und sich auch zu
Ausstellungen von Gemälden und plastischen Werken
bequem einrichten lassen. Der große Saal ist vorläufig
grau getönt. Er soll später noch (aus der Hermann
-Stiftung) einige Wandgemälde erhalten, nach
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