Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 132
(PDF, 162 MB)
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^-S^> PETER STACHIEWICZ -C^^

PETER STACHIEWICZ

HEILIGE ANNA

Aus dem Zyklus ,,Gottes Jahr"

sprochenen „Ateliergespenster" ausgestellt.
Dann entstand ein Altarbild für den Dom in
Posen, wo das Herz Jesu-Motiv, das zu so
vielen häßlichen Werken Anlaß gegeben
hatte, sehr glücklich gelöst wurde.

Das verflossene Jahr brachte wiederum
einen volkstümlichen und religiösen Zyklus:
„Gottes Jahr". In zwölf Kompositionen hat
Stachiewicz die Monate charakterisiert, indem
er die populärsten Heiligen dieser Spanne
Zeit und zwar nach Sprüchen aus des Volkes
Munde dargestellt hat. Es mögen hier zwei
derselben auf die beigefügten Illustrationen
bezüglichen in der Uebersetzung der Frau
Isa Rasch angegeben werden.

Juni:

Fürs menschliche Wohl und zu Gottes Ehren
Bringt der heilige Johann einen Krug von Beeren.

Juli:

Die heilige Anna betet neben ihrer Herde,
Daß dreifaches Futter ergebe die Erde.

Stachiewicz steht in voller Manneskraft,
Schöpfungskraft. Dem talentvollen Maler der
Bergleute können wir ihr ermutigendes Wort
zurufen: „Glück auf!"

GEDANKEN ÜBER KUNST

Ehe man den Kunstwert von Gemälden oder
Zeichnungen ermessen kann, muß man verstehen,
Bilder anzusehen. Zum Ansehen gehört noch keine
besondere ästhetische Begabung, sondern nur Geduld
und guter Wille. Selbstverständlich muß jedes Bild
auf seine eigene Weise angesehen werden. Bei
manchem genügt ein Blick, während bei anderen
mehrmalige ernstliche Vertiefung nötig ist. Das Ansehen
wird sehr unterstützt, wenn man imstande ist,
sich dadurchvon einzelnen Teilen des Bildes genauere
Rechenschaft zu geben, daß man sie abzeichnet, und
sei es auch nur mit wenigen Strichen. Aber auch,
wer gar nicht zeichnen kann, wird es lernen, den
tatsächlichen Inhalt von Bildern zu erfassen, sobald
er einige gute ältere und neuere Malereien genau
und eindringlich anzusehen sich die Mühe nimmt.

Friedrich Naumann

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