Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 141
(PDF, 162 MB)
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AUS DEN BERLINER KUNSTSALONS

Im Salon Gurlitt nehmen den Hauptraum Werke
*■ des ausgezeichneten Weimaraner Landschafters
Th. Hagen ein, die wieder beweisen, daß der
Künstler unbestreitbar zu den ersten im Fache
zählt. Neben zwei älteren, in schweren, etwas trüben
Tönen gehaltenen Bildern mit dicken, schwarzen
Schatten erscheinen die neueren Arbeiten um
so lichter, sonniger. Schlichte Motive, ein nach
hinten führender Feldweg am Abhang, eine Dorfstraße
, herbstliche Felder mit zusammengebundenen
Garben; von einer prachtvollen Perspektive und
Weiträumigkeit, oft auf ein blasses Blaugrün gestimmt
, selten nur mit etwas zu harten Akzenten
im Vordergrund belastet. Die Landschaften von
R. Sterl (Dresden) bedeuten das gerade Gegenteil
davon; sie sind zwar stimmungsvoll, aber, wie auch
seine übrigen Bilder, meist zu unbestimmt, so daß
man oft nicht über den Eindruck hinwegkommt, als
fürchte sich der Künstler, der Form auf den Grund
zu gehen. Von Konrad Starke sind u. a. einige
koloristisch abscheuliche Akte, von L. Stutz mehrere
geschmackvolle, starkfarbige Blumenstilleben
ausgestellt, sowie eine höchst interessante Kollektion
von Tuschzeichnungen des geistreich erzählenden
, kurz, prägnant und mit sicherem Strich arbeitenden
Constantin Guys (1802—1892).

Das Werk Fritz von Uhdes ist in dieser

Zeitschrift bereits im 1. Heft des Jahrgangs 1907/08
eingehend von berufener Hand gewürdigt worden
aus Anlaß der Münchner Ausstellung. — Die
Galerie Eduard Schulte führt uns jetzt in Berlin
eine große Reihe (ca. 70) seiner Bilder vor, darunter
viele in Privatbesitz befindliche, wenig oder
gar nicht bekannte Werke. Der Ueberblick über das
Schaffen des nunmehr Sechzigjährigen ist ausgezeichnet
. Er beginnt mit mehreren frühen, etwas
romantisch angehauchten Bildern aus den 1870er
Jahren, aus der Zeit der braunen Sauce: die »Bacchantin
«, das > Irrlicht *, der »Klostergarten«, das
»Reitergefecht« repräsentieren diesen Stil. Dann der
Umschwung zur Freilichtmalerei: »Der Leierkastenmann
kommt« (1883) und mehrere andere. Das
weitere Fortschreiten ist jahresmäßig zu belegen;
aus den 90er Jahren nicht weniger als sechs verschiedene
Fassungen der Tobiaslegende, ebenso mehrere
Redaktionen vom »Schweren Gang«, weiterhin
von großen Gemälden, u. a. die »Predigt am See«,
die »Würfler um Christi Rock«, »Anbetung der Könige
« unddaskürzlichhierbesprochenegroße »Abendmahl
«. Viele ganz vorzügliche Skizzen und Studien
— so zu dem Altarbild in der Lutherkirche in Zwickau
(1904) —vervollständigen das Bild von der Kunst dieses
Meisters, dessen Name in der Geschichte der
Malerei unserer Zeit immer an allererster Stelle
wird genannt werden müssen. Jedenfalls ist er einer
der populärsten Künstler deswegen, weil ihm die

peter stachiewicz heiliger johannes

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