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-.s-^> DIE AUSSTELLUNG BELGISCHER KUNST IN BERLIN <^=^
EMILE CLAUS K A S T A N I E N B A U M IN DER ABENDSONNE
Belgische Ausstellung, Berlin
alter, glanzvoller Geschichte, — und wenige
Stunden davon die riesigen, lebendurchfluteten
Hafenanlagen des mächtigen Emporiums an
der Scheide.
So ist das Milieu beschaffen, das der modernen
belgischen Kunst als Hintergrund dient;
zur Kennzeichnung der beiden Extreme, die
ihm entwachsen sind, braucht man nur zwei
Namen zu nennen: Khnopff und Meunier.
Alles übrige reiht sich in vielfältig individuellen
Spielarten dazwischen ein. So ganz
einfach aber geht die Rechnung doch noch
nicht auf. Man würde einseitig urteilen,
wenn man nicht des großen Einflusses gedächte
, den die französische Kunst auf ihre
flandrische Nachbarin ausgeübt hat und heute
noch ausübt. Jedoch darf dieser Faktor auch
nicht überschätzt werden: das künstlerische
Belgien ist gewiß nicht ein bloßer Ableger
von Paris, es hat zu kräftige selbständige
Wurzeln, um nicht seine eigene Sprache zu
sprechen. Der jetzigen Ausstellung danken
wir die Gelegenheit, dieser Entwicklung aus
Eigenem heraus nachgehen zu können, wäh-
renduns bisher immer nureinzelne zusammenhangslose
Stichproben vorgesetzt wurden.
Ebenso mannigfaltig wie die Reihe der sozialen
und psychologischen Werte stellen sich
auch die Differenzen in Stil und Technik dar.
Und alle eint trotzdem ein wundervoll gesunder
Kern; kein einziges Werk, dem man
das Prädikat „geschmackvoll" vorenthalten
müßte, was absolut nicht so selbstverständlich
ist, als es sein sollte.
Gelegentlich der retrospektiven Ausstellung
in Brüssel (1905) sind die Leser dieser Zeitschrift
bereits mit der künstlerischen Entwicklung
der Generationen bekannt gemacht
worden, die das kräftige Fundament abgaben
für den vielgestaltigen Bau der modernen belgischen
Kunst, (s. Jahrgang 1905/6 Seite 147
u. ff.). Dort wurde eingehend gewürdigt, was
Henri Leys, de Groux, Braekeleer und die
beiden Stevens geleistet haben; wenn bei der
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