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DIE AUSSTELLUNG BELGISCHER KUNST IN BERLIN <ö^~
EUGENELAERMANS
DER BLINDE
Belgische Ausstellung, Berlin
zehn Jahren, die andere ist erst drei Jahre
alt, beide aber haben sich durch Ausstellungen
älterer und moderner Werke um Kunst und
Kunstverständnis ihres Landes hohe Verdienste
erworben und sind auch die Veranstalter
der ausgezeichneten Berliner Austeilung
.
Die Malerei ist sehr gut vertreten. Die
gewaltigen Rubensformate sind auf wenige
rein dekorative Arbeiten beschränkt geblieben,
denen man sämtlich gute Einzelqualitäten,
wenn auch keine überwältigende Wirkung zusprechen
kann. Die „Schule des Plato" von
Jean Delville (Abb. S. 185), streng nach klassischen
Prinzipien komponiert, aber etwas
süßlich und flau im Kolorit; der „koloniale
Aufschwung" von Emile Fabry (Abb. S. 177),
für das Kolonialgebäude auf der Ausstellung
zu Lüttich 1905 gemalt, mit prachtvollen Akten,
aber einer kaum verständlichen allegorischen
Fassung; ferner ein großer dekorativer Entwurf
von Albert Ciamberlani, „Die Frauen"
betitelt (Abb. S. 189), sowie eine Symphonie
in Blau und Gold von feinem koloristischen
Klang: „Sacra sub arbore" von Constantin
Montald, letzteres, was die Stimmungswerte
anlangt, in einiger Anlehnung an das große
Vorbild Puvis de Chavannes. Im Porträt sind
ausgezeichnete Leistungen zu verzeichnen, so
von Lucien Wolles das bekannte, ungemein
lebensvolle Bild des Vaters des Künstlers,
Porträts von J. Verheyden, Jean de la Hoese
und Emile Wauters, die alle eine temperamentvolle
, sichere Charakterzeichnung verraten
. Neben einigen ganzfigurigen Repräsentationsbildnissen
macht sich vorteilhaft bemerkbar
das Porträt des Fräulein Dubois von
Herman Richir (Abb. S. 197), ganz in den
zarten Duft eines delikat gemalten weißen
Kleides gehüllt, und ein Mädchenporträt von
Theo van Rysselberghe (Abb. S. 189). Dies
Bild ist von einer sehr starken Wirkung, die
hauptsächlich wohl dadurch erzielt worden ist,
daß der Künstler nur das Gesicht völlig durchmodelliert
hat, während alle übrigen Teile
der Leinwand, Kleid, Hut, Hintergrund, in
breiter pointillistischer Manier ausgeführtsind.
Schließlich sei noch das Porträt der Frau
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