Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 193
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_19_1909/0248
VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

hervor. Das zuverlässige Können seiner peinlich
gearbeiteten Landschaftsbilder ist bekannt und bedarf
keiner weiteren Erwähnung mehr.

Bei Marie Held folgt der Ausstellung von Berliner
Impressionisten eine zweite französischer
Meister der Generation von 1870. Die Kollektion,
die ausschließlich Stilleben enthält, bildet nicht nur
einen erfreulichen Genuß für die Augen, sondern
wirkt auch instruktiv dadurch, daß man die Differenzen
der einzelnen Künstler unwillkürlich abwägt.
Manet, Cezanne, Monet und ihr Kreis stehen gegen
Renoir und Fantin-Latour. Das will aber sagen,
Maler, die dem Sachlichen der Erscheinung nachgehen
, gegenüber solchen, denen der Reiz des Materials
vorzugehen scheint. Es ist erstaunlich, wie
zwischen all diesen Franzosen Renoir, Manet, Cezanne
, Monet, Sisley, Charles Schuch und Andre
ein kleines Stilleben von Wilhelm Trübner wirkt.
Er besitzt alle Mittel seiner Meister allseitig und
scheint so die Synthese der Kontraste Manet und
Renoir zu bilden. y.

T EIPZIG. Am 27. November feierte der Leipziger
Künstlerverein seinen fünfzigsten Geburtstag.
Als Vorspiel gleichsam wurde das Fest mit einer
Jubiläumsausstellung im Oberlichtsaal des Kunstvereins
eingeleitet, die der Stadt Leipzig zeigen sollte,
was innerhalb ihrer Mauern an bildender
Kunst geschaffen wird. Die
Mehrzahl der Leipziger Künstler rekrutiert
sich aus jüngeren emporstrebenden
Kräften, die daran sind, sich
eine wirtschaftliche Position zu erkämpfen
auf graphischem und kunstgewerblichem
Gebiet. Leider gehen
die meisten, sowie sie aus dem Gröbsten
heraus sind, von Leipzig fort nach
München, Dresden, Berlin, Paris, weil
unsere Stadt diesen Kräften keine (rein
künstlerischen) Aufgaben bietet. Klinger
bedeutet heute einen Ausnahmezustand
, und deshalb kann von ihm hierbei
nicht die Rede sein. Zur Ausstellung
hat er seine beiden letzten prachtvollen
Porträtbüsten von Lamprecht
und Wundt beigesteuert. Die weiteren
ausstellenden Künstler sind: Fritz
Brändel, E.Büchner, Reinh.Carl,
Fr. Drechsler, F. Eisengräber,
E. Fröhlich, F. Flinzer, Rich.
Grimm-Sachsenberg, E. Gruner,
Joh. Hartmann, Franz Hein, M.
Heiland, Hentschel, Bruno He-
roux, Höhlig, E. Kiesling, E. A.
Krauss, Ferd. Lederer - Weida,
Liebing, A. Liebsch, Max Loose,
M. Molitor, Rud. Müller, Müller-
Mohr, Hermann Prell, Quint,
Fritz Rentsch, Carl Seffner,
Schilbach, F. Schulze, Horst
Schulze, H. STEiNER-Prag, Werner
Stein, Syrutschök, Eugen Urban,
G. Wustmann und H. Zeisig. — Der
Salon Beyer & Sohn hat uns eine
reizende Ausstellung einer kleinen
Belgischen Künstlergruppe geschenkt:
Georg Lemmen, Schlobach, Ha-
zelinde, A. W. Finch und Paul
Dubois. Für solche Gaben kann man
dem Veranstalter nicht dankbar genug
sein. Georg Lemmen ist unter den
Malern dieses Ensembles sicher die
eigenartigste und ausgesprochenste

Persönlichkeit. In Deutschland ist er den meisten
schon lange als ein hervorragender Kunstgewerbler
durch seine Publikationen in der > Dekorativen Kunst«
bekannt. Seine Malereien, in der Hauptsache Stilleben
und Interieurs mit Figuren, offenbaren ein starkes,
warmes Gefühl, und eine Delikatesse für die Farbe
spricht aus jeder Arbeit, auch wenn sie sich den simpelsten
Vorwurf gewählt. Schlobachs Bilder sind im
Wert sehr verschieden. Er findetnichtimmerden Ausdruck
für das, was er sagen will, und weil den Bildern
oft die rechte Innerlichkeit fehlt, so haben sie zuweilen
etwas Technisch-Schematisches an sich. Einige kleine
Bilder von blühenden Obstgärten haben mir besonders
gefallen. Von Hazelinde möchte ich eine kräftige
und lebendige Marktszene und den >Sonntags-
ausflug« vor allem hervorheben. Etwas rustikal, aber
starkinder Empfindung sinddie Darstellungen Finchs,
der ebenfalls von früher her als Keramiker bekannt
ist. Von Paul Dubois gefallen mir die kleinen Bronzen
sehr wegen ihrer Natürlichkeit und Wärme, während
er bei seinen großen Bildwerken oft in ein
hohes Pathos verfällt. r. Gr.-Sbg.

ÜNCHEN. In der Galerie Heinemann waren fünf-
undvierzig Gemälde Theodule Ribots zu einer
wundervollen Ueberschau über den Entwicklungsgang
dieses interessanten, in seiner prophetischen Bedeu-

alfred stevens f d i e japanische fratze

Belgische Ausstellung, Berlin

Die Kunst lllr Alle XXIV.

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