Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 197
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VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

victor rousseau *s porträt der frau van den eekhoudt

Belgische Ausstellung, Berlin

Es wird sich bald anläßlich des Aquarellistenklubs
und seines Anhangs, und gar bei der Frühjahrsausstellung
, für die immer die Hauptleistungen aufgespart
werden, die Gelegenheit zu eingehender Betrachtung
ergeben. Nur die Namen der Gäste seien
genannt und die von bemerkenswerten Debütanten.
Unter den Plastikern haben sich die Berliner Adele
Paasch und Josef Limburg sowie der Brüsseler
E. J. de Bramaecker eingefunden, denen heimische
Künstler mit ihren Bildwerken freilich die Wage halten
. Karl Boehme und Adolf Luntz haben aus
Karlsruhe große, durch ihren modern heroischen Ton
wirkende Landschaften geschickt, ohne daß dadurch
das stark vertretene paysage intime geschlagen würde.
Dieses und das Porträt, nicht so sehr durch die Vertiefung
in den Charakter, als durch brillante äußere
Eigenschaften hervorragend, sind nach wie vor das
erfreulichste im Künstlerhaus. Dazu treten nun Tom
Dreger mit einem sehr ernsthaft innigen Doppelporträt
, Fritz Royka, dem eine im leichten Farben-
auftraggeschmackvolleMalweiseeigen ist, und Franz
Windhager, dessen kleine Szene »Beim Heurigen«
Gutes nicht allein verspricht. Ein Gesamtgastspiel
gibt der » Verein bildender Künstler Steiermarks* zum
besten, zu dem auch die nicht innerhalb der grünweißen
Grenzpfähle tätigen Mitglieder einberufen worden
sind: Gabriel voNHACKL(München),MARiANNE
Stok.es (London), die vortrefflichen Radierer A.Coss-
mann und L. Kasimir (Wien). Es fehlen zwar etliche

der tüchtigsten Grazer Künstler, aber jener Verein
hat doch eine stattliche Abordnung da, in der sich
unter den Landschaftern der immer farbig intensive

Zoff, D ami anos,M arussig, pambergerundBERG-

meister, neben dem ganz und gar nicht provinziellen
Torggler die Porträtmaler Leo Diet und Paul
Scholz, endlich die BildhauerBRANDSTETTER, durch
genremäßig empfundene Denkmäler bekannt, dann
Stundl und Rantz zu finden sind. Als Zeichner
außerordentlich begabtistDANiELPAULUZZi. Außerhalb
der hier zu besprechenden Gebiete steht die
Gedächtnisausstellung für den Wiener Architekten
Friedrich Schachner, einem zielbewußten und
phantasiereichen Vertreter der Stilarchitektur, der
heuer von der Höhe seines Schaffens abberufen wurde.
— Der Hagenbund hält mit seinen »Schlagern« offensichtlich
zurück. Das Interesse an seinen Darbietungen
erlahmt aber nicht, da sie immer in ein besonders
gefälliges Gewand gekleidet sind; die besonders
hübsche Raumgestaltung rührt diesmal von Oskar
Laske her, dem es gelungen ist,derwagemutig bunten
Studienwelt seiner Kollegen einen passenden Hintergrund
zu geben. Für seine Palette voll ungebrochen
reiner Farben hat L. F. Graf jüngst auf einer Amerikafahrt
neue Motive gefunden, während die Landschafter
Hugo Baar, Adolf Gross, Otto Barth
u. a. der Heimat treu geblieben sind, wo auch der
unermüdlich an sich arbeitende August Roth immer
Schönes aufspürt. Als Porträtist ist A. D. Goltz

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