Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 201
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FERD. GEORG WALDMÜLLER

SELBSTBILDNIS

JOSEF DANHAUSER

SELBSTBILDNIS

F. G. WALDMULLER UND J. DANHAUSER

Von Arthur Roessler

ie im übrigen Europa, so war auch in
Oesterreich die Kunst zu Anfang des
19. Jahrhunderts eine in leerem Formenkram
erstarrte klassizistische. Nur ganz allmählich
vollzog sich die Abkehr von der mißverstandenen
Antike, bewirkt durch die Nazarener.
Diesen folgten die Romantiker mit ihrer überschwenglichen
Begeisterung für das deutsche
Mittelalter, für das Wunderwesen und die
Wunderwerke der Gotik. Als ein einsam
Eigener, abseits all dieser Wandlungen der
Anschauungen und Stile, steht Waldmüller
da, das malende Genie der Biedermeierzeit.
Er kann mit Fug der erste Sezessionist Oesterreichs
genannt werden, denn er malte leidenschaftlich
gern das Aufleuchten und Erglühen
der Dinge in der brennenden Pracht des gold-
güssigen Sonnenlichts; den Glanz des Lichtgeflimmers
auf der wetterwittrigen, bröseligen,
silbergrauen Oberflächenschicht der Felsen, den
farbigen Waldschatten, den Himmel im tiefen
Blau von der Art des Enzians bei feuchter
Luft, und im blassen Blau des Türkis bei
trockener Luft, wenn die Ferne in graublonden
Tinten zart verschwebt.

Am 15. Januar 1793 als Sohn eines bescheidenen
Schenkwirtes in Wien geboren,
starb er daselbst am 23. August 1865. Nacheinander
geehrt, geringgeschätzt, verschollen,
wieder aufgetaucht,mitAmt, Würden und Orden
ausgezeichnet, nochmals angefeindet, geächtet
und vergessen, steht er neuerdings in seinem
Werke wuchtig wieder auf und wird weltläufig.
„Sein Abfall von der dürren Akademik, seine
Flucht in die Oeffentlichkeit der Natur, ins
Naturstudium, in die Luft, in das Licht, waren
eineManet-Tat. Er erlebte natürlich ein Manet-
Geschick von A bis Z; bis zu dem bittersüßen
Orden, der ihm schließlich zuteil wurde," wie
Ludwig Hevesi einmal fein bemerkte.*)

*) Näheres darüber und über die Phasen seiner
künstlerischen Entwicklung mag man in einer der
beiden von Arthur Roeßler herausgegebenen Publikationen
über Waldmüller nachlesen, in der großen
zweibändigen Prachtausgabe, die im ersten Band einen
einleitenden Essay und 303 Bildertafeln enthält und
im zweiten Bande den gesamten handschriftlichen
Nachlaß des Künstlers zum ersten Male veröffentlicht
(M. 136.—), oder in derkleinen populären Monographie
mit einer Auswahl von 136 Illustrationen (M. 5.—).
(Verlag von C. Graeser & Co., Wien.) Der großen
Ausgabe sind auch die unserem Aufsatz beigefügten
zwei Farbendrucke entnommen. Die Redaktion.

Die Kunst für Alle XXIV. 9. 1. Februar 190g 201 26

Published February 1909. Privilege of Copyright in the United States reserved under the Act approved March 3, 1905 by F. Bruckmann A.-G., Munich


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