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-sr4^> F. G. WALDMÜLLER UND J. DANHAUSER <^=^
was er Neues zu lernen und Altes zu ver- sich Waldmüller auf das strengste, rastlos be-
gessen habe. „Der einzige rechte Weg, der müht, sich und die Ausdrucksmittel seiner
ewige unerschöpfliche Born aller Kunst: An- Kunst zu vervollkommnen. Die künstlerischen
schauung, Auffassung
und Verständnis der
Natur" hatte sich ihm
aufgetan. Durchaus
selbständig und viele
Jahre vor Courbet, dem
als Bahnbrecher des Naturalismus
so viel gefeierten
französischen
Meister, kam Waldmüller
zur Erkenntnis der
verderbenden Falschheit
der herkömmlichen
akademischen Lehre
und dadurch zur Befreiung
und Entfaltung
seiner künstlerischen
Eigenart.
Eingedenk des Um-
Standes, daß ein Losreißen
von langgehegten
Vorurteilen im vorgerückten
Mannesalter
große Anstrengungen
erfordert, überwachte
FERD. GEORG WALDMÜLLER
MANN MIT LATERNE
Ergebnisse dieser harten
Mühen verblüfften
gar bald die Laien, während
sie seine Kollegen
erbosten und mit Neid
erfüllten. Die herrschende
Schule und die
Kritik bekämpften Waldmüller
auf das heftigste
und hartnäckigste, ohne
ihn jedoch dadurch beirren
oder einschüchtern
zu können. Die gehässige
Kesseltreiberei
vermochte es nicht einmal
zu verhindern, daß
Waldmüller 1830 zum
Akademieprofessor er-
nanntwurde. Unbekümmert
um die Stänkereien
der Nörgler, Neider und
Dummen harrte er mutig
aus. Weder die Anstellung
als Kustos der
gräflich Lambergschen
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