Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 214
(PDF, 162 MB)
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-s3=4^> F. G. WALDMÜLLER UND J. DANHAUSER <^=u^

FERD. GEORG WALDMÜLLER BILDNIS VON MANNAGETTA

EDLE VON LERCHENAU vsvq

Tendenz enthält. In seinen Briefen an seinen
Bruder Franz kehrt in Variationen der Ausspruch
oft wieder, daß es ihm widerstrebe,
Stimmungen zu heucheln, die er nicht empfinde
, Ideen zu veranschaulichen, die ihm
nichts bedeuten. Er wollte keine Bilder malen,
zu denen er sich hätte zwingen müssen. Er
wollte auch nicht der ermüdende Reprodukteur
längst vergangener Kunstepochen, sondern
ein frei Schaffender sein, der sein Leben
der Kunst, aber auch seine Kunst dem Leben
weiht. Seine Zeit und sein Volk ist es, was
Danhauser in seinen Bildern darstellen wollte
— und auch wirklich nach heftigen Kämpfen
darstellte. Er verabscheute alle Phantasterei
und allen verstiegenen Idealismus. Das Leben,
wie es ist, erschien ihm wundervoll genug —
und so bemühte er sich, es in seinen Bildern
so zu zeigen, wie er es sah und empfand.

Gleich Waldmüller gelangte auch Danhauser
unabhängigvon der französischen romantischen
Malerschule durch eigenes Bemühen und
Forschen auf eigenem Wege zu einer genreartig
behandelten Geschichtsmalerei und zur
technischen Meisterschaft. Stoffliche Wahrheit
und Pracht des Kolorits steigerte er zu
bewunderungswürdiger Höhe. Diesem schließlichen
Zustand geruhsamer Reife und sicherer
Könnerschaft war allerdings eine Periode
schwankender Erwägung, des Grübelns und
Experimentierens vorangegangen. Geraume
Zeit hindurch war sich Danhauser über die
Grenzen zwischen der Historie und dem Genre
nicht klar gewesen. Er hatte sich mit der
künstlerischen Gewissensfrage gequält, ob
denn die Form, womit er die lebendig pulsierende
Gegenwart seines Volkes festzuhalten
unternommen, auch „höheren" Forderungen
genüge, ob das Genre wirklich Kunst sein
könne. Eine Reise, die er über Deutschland
nach Belgien und Holland unternahm, brachte
ihm endlich die ersehnte Gewißheit. Die köstlichen
Stücke altholländischer Kleinmeister,
sowie Werke von Hogarth und Wilkie, die
er bei dieser Gelegenheit sah, gaben ihm die
Antwort auf seine alte Frage. Er fand sich,

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