Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 217
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-,r4^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^s-

bei Berger-Levrault & Cie. in Paris erscheint, groß,
eindrücklich und original, speziell auch in seinen
wenigen geschmackvoll verwendeten Farben original
wirken wird. — Gleichzeitig mit diesen Burnand-
Blättern waren Landschaften von Paul Ravenstein
in Karlsruhe und von L. Zorn in Freiburg ausgestellt
: ernste, große und doch intime Bilder, gute
Beispiele der gegenwärtig so liebevoll betriebenen
deutschen Heimatmalerei. — Neben diesen Deutschen
sahen wir eine Kollektion französischer Impressionisten
älteren und neueren Datums. Das Hauptbild
war Manets »Absinthtrinker«; dazu gab's einige

standen ist, der Impressionismus sei ein Ziel. Er
ist aber nur ein Weg; wer auf ihm das allgemeine
Kunstziel erreicht: inneres Leben, Größe, Stil und
Klarheit, der wird diese Dinge eindrücklicher machen
als andere; aber — man darf sich auf dem Wege
nicht verrennen, und die Ausstellung hat neben solchen
, die zur Harmonie gelangen, auch Verrannte
gezeigt, die kaum je zum Ziele durchdringen werden.

g.

DERL1N. Bei Schulte haben neben allerhand Weih-
nachtsware einige ernstzunehmende Künstler
ausgestellt. Ernst kropp-München zeigt eine Kollek-

ferd. georg waldmüller

charakteristische Claude Monets, einen interessanten
Frauenkopf von Degas, zwei farbenstarke
geschmackvolle Genrebilder von Renoir, ein hartes,
aber doch anziehendes Stilleben von Cezanne, hauptsächlich
dann feine, diskrete lichtdurchspielte Landschaften
von Pissarro und Sisley und ein ganz
vorzügliches Landschaftsstück von Gauguin, aus
der Zeit vor >Noa-Noa.« Auch ein van Gogh war
da; von den Neueren van Rysselberghe mit einem
stark leuchtenden, allerdings nicht bis zur vollen
Farbenausgleichung gelungenen »Park«, dann Sig-
nac, Cross, Matisse, Herbin, Manguin, Dufy,
Guerin, Roussel u. a., zum Teil mit stark dekorativen
Sachen, zum Teil auch mit jenem absolut
Unverständlichen, das aus der Meinung heraus ent-

bettelmädc h en

tion Gemälde von gut dekorativem Charakter; breitflächig
setzt er ungebrochene Farben kühn nebeneinander
, die oftmals nur den wenig guten Effekt haben,
daß sie in ihrer Aufdringlichkeit jedes weibliche Porträt
zur Demimonde herabziehen. Hans von Volkmann
ist mit feinen, aber nicht gerade aufregenden
Landschaften vertreten, ebenso Franz Courtens-
Brüssel; die prächtigen, liebevoll gemalten Landschaften
von Rudolf Sieck erfreuen stets von neuem.
Von Walter geffcken-München sind neben kleinen
Rokokospielereien ein gutes Porträt, sowie mehrere
Stilleben von malerischer Qualität zu sehen, dagegen
kann die große Ausstellung von Max Thedy-Weimar
nicht allzu große Freude erwecken. Unendlich mannigfaltig
stellt sich diese Kunst doch als rein eklek-

Die Kunst für Alle XXIV.

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2H


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