Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 244
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_19_1909/0304
-sr^> VON AUSSTELLUNGEN VERMISCHTES <^=^

Vorstellung; die Mehrzahl derselben sind übrigens
vollständig durchgeführte Kompositionsentwürfe, die
er in seinen Tempera-Gemälden oft ohne Veränderungen
nur einfach vergrößert hat. Und wie in den
Zeichnungen, so gewinnt man auch aus Volkmanns
Gemälden den Eindruck, daß er die Natur weniger
im Hinblick auf das Ganze seiner Arbeiten, als
vielmehr für die Einzelheiten studiert und im wesentlichen
jahrzehntelang von seinem großen Talent gezehrt
hat, ohne seine malerische Anschauung im
engeren Anschluß an die Natur zu bereichern. Bewundernswert
aber bleibt immer in diesen Bildern,
dem >ldyll«, der »Novelle« (Kind und Löwe), dem
»Löwenüberfall«, >Greis und Jünglinge<, »Ruhender
Krieger« usw. die hohe Vollendung der Komposition
, die feinempfundene Raumbildung, der monumentale
Zug und das Streben nach reiner, sich
selbst genügender Schönheit der künstlerischen Form.
— Neben den Werken Volkmanns sind einige bemerkenswerte
Bilder seines den Anschauungen des
Meisters getreu folgenden Schülers W. v. Wasie-
lewski ausgestellt. e. z.

JZÖNIGSBERG i. Pr. Im Salon Teichert haben
zurzeit unsere Akademieprofessoren mit ihren
begabtesten Schülern und anderen dem Kreise nahestehenden
Malern eine Ausstellung arrangiert. Der
Clou der Ausstellung ist unzweifelhaft O. Heicherts
Porträt einer rotblonden Schönen, ein wahres Meisterwerk
, voll von Leben und Bewegung, famos in
der Lichtverteilung und köstlich in der Farbe. —
Auch das farbenschöne, durch vornehme Schlichtheit
der Haltung auffallende »Porträt der Frau Dr. T.<
ist ein ausgezeichnetes Stück Malerei. — Weniger
temperamentvoll und originell, mehr ein feinfühliger
Nachempfinder ist
Karl Albrecht, der
drei delikate Bildchen
, Kabinettstücke
für die Galerie eines
ästhetischen Feinschmeckers
, sandte:
ein grüngelb-graues
»Rokokodämchen«,
eine feintonige »Sommerlandschaft
« und
einen an Leibi gemahnenden
»Weiblichen
Studienkopf« mitköstlich
weich und lebendig
gemaltem Fleisch.

L. Dettmann
schickte eine stimmungsvolle
»Dorfstraße
bei Mondschein
«, »Ostfriesische
Mädchen« und
einige gute Pastelle:
»Düne«, »Getreidehocke
« etc., Karl
Storch Landschaften
, in denen Luft und
Sonne mehr zu ihrem
Recht kommen wie in
seinen leicht etwas
schwer und luftlos
wirkenden früheren
Bildern. — Die Landschaft
, meist schlichte
, ostpreußische Motive
ohne jede^Staf-
fage, dominiert diesmal
durchaus. Her- j. bossard

vorzuheben wären da noch Eisenblätters »Am
Haff«, Beyers stimmungswahrer »Grauer Tag«,
Andersons »Viehtrift«,Zeuners »Kanallandschaft«,
Gertrud Windelbands »Mondaufgang«. Auch
Rehan, Neumann, Margarete Wedel, M. Seeck,
Gottheils »Dünenlandschaft« verdienen erwähnt
zu werden. — Anna Michelaus gute Aquarelle
zeugen von erfreulichen Fortschritten, dagegen bereitet
uns R. Hammer diesmal eine Enttäuschung, sowohl
mit seiner hartgemalten »Landschaft«, wie mit
dem wenig geschmackvollen, auch zeichnerisch anfechtbaren
»Interieur«. — Einen ganz besonderen
Genuß gewähren wieder die Lithographien und farbigen
Zeichnungen des Künstlerpaars Elisabeth
und Heinrich Wolff. Letzterer hatte schon vor
einigen Wochen eine für London bestimmte, sehr
umfangreiche graphische Kollektion ausgestellt: Radierungen
, Aquatinten, Schabkunstblätter etc., meist
Porträtstudien voll verblüffender Lebendigkeit und
sicherster Charakteristik. Da die Blätter uns in den
verschiedenen Zuständen vorlagen, erhielten wir zugleich
einen interessanten Einblick in des Künstlers
Arbeitsweise. r.

jV^AGDEBURG. Im Kunstverein war eine um-
fangreiche Sammlung von Hamacher ausgestellt
, die trotz — oder wegen — ihrer Mannigfaltigkeit
wenig erfreulich wirkte. Die gewaltsame Kraftanstrengung
, sich den verschiedenartigsten modernen
Anschauungen anzupassen, ließ die Absicht gar
zu verstimmend merken. — Angenehmer waren die
darauf folgenden Landschaften von Paul Bürck,
namentlich seine ganz kürzlich entstandenen Gemälde
aus dem Hochgebirge, dessen kühle Luftklarheit
und plastische Formenschärfe Bürcks Talent
sehr glücklich
liegen; an seinen Figurenbildern
erscheint
seine einseitig zeichnerische
Begabung
viel weniger genießbar
. Schmidt

VERMISCHTES

DERLIN. DieJank-
sehen Bilder im
Reichstag. Nun ist's
zur Wahrheit geworden
: die Bilder sind
aus dem Sitzungssaale
wieder entfernt
und zwar, wie man
hört, auf den ausdrücklichen
Wunsch
des Senioren - Konvents
. Was nun weiter
damit wird, habe
ich nicht in Erfahrung
bringen können; im
Gebäude am Königsplatz
befinden sie sich
zwar noch, ihr Schicksal
aber wird wohl
endgültig besiegelt
sein. Ich hatte Glück,
die Bilder noch an
Ort und Stelle zu
sehen, ihr Verhältnis
zu den Skizzen nachprüfen
zu können und
ihre Raumwirkung in

exlibris dr. l. vogel

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