Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 281
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^=^> HANS VON MAREES' LERN- UND LEIDENSJAHRE IN ITALIEN

PH. O. SCHAEFER

WASSER

HANS VON MAREES' LERN- UND
LEIDENSJAHRE IN ITALIEN

Von Georg Winkler
II.

Es ist mir nicht bekannt, wie weit sich
Schack auf die Pläne seines ebenso ehrenhaften
wie hochstrebenden Schützlings einließ.
Die Nachricht, daßderselbenichtmehrkopieren
wolle, dürfte ihn unangenehm berührt haben,
denn zum Kopieren von Werken, an deren
Nachbildungen er sich täglich in seiner Galerie
erfreuen könne, hatte er Marees nach Italien
geschickt! Zunächst scheint Schack abgewartet
zu haben, bis sich in der Seele des
Künstlers die durch die überwältigenden Eindrücke
der toskanischen Hauptstadt entstandene
Gärung ausgetobt hatte. Dies war schon
am 10. Juli der Fall, an welchem Tage ihm
Marees folgendes aus Florenz meldete:
Hochgeehrtester Herr Baron!
„Hoffentlich werden Sie meinen Brief erhalten
haben, in welchem ich Ihnen meine Pläne
für diesen Sommer mittheilte. Jetzt kann ich
Sie benachrichtigen, Herr Baron, daß die Copie
nach dem Titian im wesentlichen beendigt

ist, bis auf einige Retouchen, die ich erst
dann vornehmen kann, wenn das Bild gehörig
ausgetrocknet ist. Leider kann ich den Andrea
nicht sofort anfangen, da er noch immer von
Andern in Anspruch genommen ist. Es ist
hier eben das Unglück, daß die schönsten
und die zum Copiren am meisten geeigneten
Bilder fast fortwährend besetzt sind."

„Nun habe ich, um doch stets für sie thätig
zu sein, um das Reiterportrait Philipp IV. von
Velasquez eingegeben und werde es wohl noch
in dieser Woche beginnen können. Es ist das
schönste Reiterportrait, welches ich kenne,
und ich glaube, daß ich es in außerordentlich
kurzer Zeit werde copieren können. Dasselbe,
denke ich, wird dann auch beim Andrea der
Fall sein, denn die größere Uebung hat auch
eine größere Praktik zur Folge.

Da der italienische Sommer nicht ganz ohne
Einfluß auf mich ist, muß ich mich allerdings
auf das Copieren beschränken; mit um so
größerer Energie werde ich dann im Herbst
meine eigenen Arbeiten wieder aufnehmen.

Wenn Sie es gestatten, Herr Baron, möchte
ich meine florentinischen Arbeiten zusammen
von hier absenden, oder doch wenigstens den
Titian und Velasquez, welche von ziemlich
gleicher Größe sind.

Die Kunst für Alle XXIV.

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