Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 289
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^sö> VON AUSSTELLUNGEN <ö^?-

ivan mestrovic

die verlassene

solche Motive. Die Legende berichtet, daß
bei der Erbauung der Stadt Skutari eine Frau
in die Grundmauern eingeschlossen werden
mußte, um dem Werke Festigkeit gegen zerstörende
Mächte zu gewähren. Sie war mit
diesem Opfer einverstanden und bedang sich
nur aus, daß man in der Mauer zwei Oeffnungen,
in Gesichts- und in Brusthöhe, lassen solle,
damit sie ihr Kindlein noch bis zu ihrem Tode
sehen und nähren könne. Mutterliebe bis in
den Tod, das ist das Fundament der Volkskraft.

Und aus der naiven Kraft volkstümlicher
Empfindung und Vorstellung erwächst uns hier
eine künstlerische Potenz, die imstande ist,
uns an eine große Zukunft der Kunst glauben
zu machen!

GEDANKEN ÜBER KUNST

„Nicht schön sehen, sondern gut sehen."

*

Nichts Kleinliches ist in der Natur. Was in der
Natur stört, soll auch im Bilde stören. Leibi

VON AUSSTELLUNGEN

DERLIN. Die augenblickliche Speisekarte künst-
lerischer Genüsse ist sehr reich besetzt. Draußen
am Kurfürstendamm das heiß umstrittene Brahms-
denkmal von Klinger; in der Akademie gleich zwei
größere Darbietungen: die schadow-Ausstellung
und eine Ausstellung von Mitgliedern der Akademie.
Ein kurzes Eingehen auf die drei Darbietungen an
dieser Stelle erübrigt sich, da sie alle noch eine
eingehende Würdigung erfahren sollen. Aber auch
sonst setzt man uns genug des Guten und Schlechten
vor. Prächtige Dinge bei Cassirer. Voran das
Halali von Courbet, in dem der rote Rock des
Hornbläsers wie eine Fanfare aus der groß gesehenen
und kräftig gemalten Landschaft herausklingt
. Weiter eine ganze Reihe Landschaften von
Claude Monet. Aus den 1870 er Jahren noch
die feste Malerei mit schweren dunklen Schatten,
die sich dann immer mehr auflichten, bis schließlich
Form und Farbe völlig in lauter Licht aufgelöst
erscheinen. Die letzte Konsequenz dieses
Stiles ist wohl in dem dampfenden Nebelmeer gezogen
, das die Waterloobrücke in den phantastischsten
Farben umdampft. Hier wird der Realismus
zu Poesie. Heinrich Hübner stellt die
Resultate seiner Japanreise aus. Hier haben wir
endlich einmal Japan, wie wir es sehen, nicht durch
die japanische Brille, nicht nur dekorativ stilisiert

Die Kunst für Alle XXIV.

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