Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 332
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DIE GOTTFRIED SCHADOW-AUSSTELLUNG IN DER BERLINER AKADEMIE

r

G. SCHADOW

ZIETEN UND DIE SÄCHSISCHEN REGIMENTER

Kaiser Friedrich-Museum, Berlin

sorgfältig und ununterbrochen geführtenjournal
kann man aus den Zeichnungen die Entwicke-
lung des Meisters ablesen. Entwickelung heißt
hier Befreiung der Persönlichkeit aus den Banden
der Zeitkonvention. Die starke Helferin in
diesem Kampf und Ringen, in dem es naturgemäß
auch nicht an gelegentlichen Niederlagen
gefehlt hat, war das unbeirrte Naturgefühl,
das in Schadow als ein kostbares Erbteil seiner
ackerbauenden Vorvorderen mächtig war.
So steht sein Bild jetzt aufgerichtet in der

Ruhmeshalle unserer
nationalen Kunstgeschichte
. In einer Zeit
hoher, aber künstlerisch
verschwommener
Ideale repräsentiert er
als Mensch wie als
Künstler die gesunde
Klarheit des Empfindens
, die von den Be-
kennern einer preziösen
Geistigkeit so leicht mit
nordischer Kühle verwechselt
wird.

Kopenhagen hat sein
Thorwaldsenmuseum,
am Fuß des schneebedeckten
Monte Grappa
leuchtet der Tempelbau
, derCanovas Werke
umschließt, für Schwan-
thaler, Rauch und Riet-
schel, selbst für Eberlein
ist vorgesorgt, daß,
was sie schufen, der
Nachwelt nicht verloren
gehe. Soll sich das
Werk Schadows, wie es
diese Ausstellung vereinigt hat, wieder zerstreuen
, verstecken in die Abgelegenheiten
und Schlupfwinkel, aus denen es zu Ehren
des 50. Geburtstages des Deutschen Kaisers
hervorgeholt wurde? Sollen wir von der Lebensarbeit
des besten unserer vaterländischen Künstler
nichts in die Zukunft hinüberretten als die
Erinnerung an diese Ausstellung?

Hier ist — spät genug — ein Dank abzustatten
: mag es in der allein würdigen Weise
und bald geschehen!

GOTTFRIED SCHADOWS
TOTENMASKE

Original in der Kgl. Nationalgalerie
in Berlin


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