Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 401
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-*^> DIE FRÜHJAHR-AUSSTELLUNG DER WIENER SECESSION <^=^

FERDINAND ANDRI

KARTON FÜR EIN WANDGEMÄLDE

Frühjahr-Ausstellung der Wiener Secession

gespannte Spähen von Reiter und Roß, und
würde die Gruppe nach des Künstlers Wunsch
in polierter Bronze ausgeführt, könnte man
sich das dazu wahrlich reife Werk sehr wohl
als zukunftsfrohen Grenzwächter seines Vaterlandes
denken. Wenn man von der anmutigen
„Turandot" Alfred Hofmanns (Abb.
S. 404)absieht, macht sich überall die Richtung
nach großflächiger Stilisierung bemerkbar.
Für Otmar Schimkowitz, der für die Kirche
am Zentralfriedhof eine dekorative Apostelfigur
zu liefern hatte, war das durch die
Aufgabe selbst gefordert. Ferdinand Opitz
macht seine ,,Kunst" zu einer schlanken
Aeginetenfigur, Alfonso Canciani hat in
dem Relief „Charitas" (Abb. S. 393) offensichtliche
klassizistische Vorbilder vor Augen,
moderne aber, u. a. Klingers Beethoven, in
dem arg übertriebenen „Richard Wagner".
Den kürzlich in dieser Zeitschrift abgebildeten
schließen sich auch die neuen Arbeiten
von Ivan Mestrovic an, der seine durchaus
originelle Begabung auch in einer „Holzmaske
" nicht verleugnet. Sein dalmatinischer
Landsmann Toma Rosandic leistet ihm in
tüchtigen, seltsam knollig gefurchten Büsten
Gefolgschaft.

GEDANKEN ÜBER KUNST

.......»Was ich vor allen Dingen vom Kritiker

verlange, ist, daß er weder blind noch halbblind und
zweitens, daß er wohlwollend sei. Daß ersehe! Er
gebe einen Bericht über das, was er sah, und dann,
wenn es ihn freut, mag er meinetwegen auch noch
sagen, was er vor diesem oder jenem Kunstwerke
empfand. Aber er hüte sich, dem Künstler vlnten-
tionen« unterzuschieben. — Ich pfeife auf alles, was
über meine Werke geschrieben wird, denn das ändert
keinen Pinselstrich daran. Die Werke bleiben. Man
schaue sie und traue seinen Augen! — Nehmen wir
zum Beispiel meine »Nacht«. Ich erhielt eine ganze
Menge Briefe, welche das Bild interpretierten oder
eine Erklärung von mir verlangten. Zum Wälzen,
sage ich Ihnen. Einer hat darin eine Allegorie der
legitimen und illegitimen Liebe, ein anderer die Apotheose
des Absoluten gewittert, . . . ich würde nicht
fertig, wollte ich sie alle aufzählen, Dummköpfe alle
zusammen! F. Hodier

Die Kunst für Alle XXIV

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