Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 413
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DIE II. GRAPHISCHE AUSSTELLUNG DES DEUTSCHEN KÜNSTLERBUNDES

richard harlfinger

Frühjahr-Ausstellung der Wiener Secession

der saarstein

Allegorien; auch Franz Mutzenbecher bringt in
seinen humoristisch - satirischen Szenen manches
Gute. H. Wilhelm Wulff ist in seinen eigenartigen
Illustrationen zu den Grimmschen Märchen
ungleich im Erfolg und auch Emil Rudolf Weiss
ist in seinen phantastischen Radierungen >Liebe<,
>Tanz<, »An Hölderlin«, >Trostengel< noch ein Suchender
. Markus Behmer gießt in kleinen markanten
Blättern seine zornige Satire auf allerlei Leute
und Zeiterscheinungen aus. Otto Richard Bos-
sert (Leipzig) nimmt dagegen die Motive zu seinen
kräftigen ernsten Wirklichkeitsschilderungen in großem
Format aus dem Leben der Asphaltarbeiter
und der Landleute.

Viel Vortreffliches sieht man auf dem Gebiete
der radierten Landschaft: Obenan steht Richard
Kaiser, dessen stimmungsvolle Landschaften zugleich
vermöge der wirksamen Tongegensätze von
Wasser, Himmel und Erde dekorativ im besten
Sinne wirken. Unter den Dresdnern ist Otto
Fischer als der bedeutendste teils mit ausgezeichneten
älteren Blättern großzügiger Art (Hochmoor
im Riesengebirge) teils mit jüngeren Blättern feinerer
Art (Aus Nordböhmen) vertreten. Neben ihm stehen

Wilhelm Georg Ritter (Aus Leubnitz) und
Richard Dreher (Landschaft bei Rockau). Erstaunlicherweise
hat sich auch der Architekt Wilhelm
Kreis (jetzt in Düsseldorf) mit einigen wirksamen
Landschaften aus den sächsischen Rokokogärten
in Großsedlitz und Moritzburg als Landschaftsmaler
erfolgreich eingeführt, Weiter sind als ausgezeichnete
bewährte Vertreter dieser Gattung zu nennen:
Hans von Volkmann (Abendlandschaft, Schafherde
), Walter Conz inKarlsruhe, KarlTheodor
meyer-Basel, Heinrich Otto in Düsseldorf (Schafherde
und Vorfrühling), Gustav Kampmann und
Peter Halm (Weidenstudie und Föhrenallee). Eine
fast übergroße Landschaft von starker dekorativer
Wirkung »Tief im Moor« stammt von HansamEnde
in Worpswede. Gutes finden wir auch von Theo
von Brockhusen, Hermann Gattiker und
Richard Müller (ein ausgezeichnetes älteres Werk:
Stübelallee in Dresden). Sehr mannigfaltig sind endlich
die teils farbigen, teils schwarzweißen Holzschnitte
, die eine reiche Auswahl von technischen
Wegen und Wirkungen aufweisen. Da sind wirksame
schwarzweiße Landschaften von Wilhem Laage
(Sommers Abschied von der Heide, Kathedrale in

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