Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 422
(PDF, 162 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_19_1909/0500
-ss-4^> JOHN LAVERY <^s~

JOHN LAVERY

MISS McLAREN

dementsprechend. Die Farbe sagt ihm mehr
als uns andern und wir müssen lernen, ihn in
seiner Weise zu sehen, um ihn zu verstehen.

Lavery ist, wenn man diese seine Haupteigenschaft
als gegeben annimmt, unbedingter
Impressionist. Seine Bilder entfalten sich,
ohne daß das Auge auf Details hängen bleibt,
das Bild entwickelt sich aus einer Farbensymphonie
heraus. Vielleicht hat er in den
letzten Jahren in seiner rapiden Entwicklung
sich mehr und mehr von seiner Ueberzeugung
hinreißen lassen, aber er hat nicht zu manie-
rieren begonnen. Er hat sich fortentwickelt von
Bild zu Bild und seine Kritiker haben mit
Interesse vor wenigen Jahren das Bild eines
englischen Kirchenfürsten gesehen, in dem der
Künstler sich auf vollkommen neuen Bahnen
bewegte. Mehr als je hat in diesem Werke die
Farbe dazu gedient, die künstlerische Idee zum
Ausdruck zu bringen. Es ist aber mehr Aufmerksamkeit
als sonst auf das Objekt selbst
verwandt worden, die Wirkung ist plastischer
als man es sonst bei den Bildern Laverys gewöhnt
ist, der Hintergrund weniger durchgeführt
. Lavery ist ein Künstler der Milieus. Er
schafft in seinen Porträts Milieus und er sucht
sich seine Modelle besonders gern unter den
Frauen der englischen Gesellschaft. Was
Wunder, daß die Frauen der schönen Welt
zu ihm strömen, um sich von ihm verewigen
zu lassen. Unter ihnen hat er seine besten
Typen geschaffen. Die Frauen der englischen
Gesellschaft, die schon so manchen englischen
Künstler vor eine schwere Aufgabe gestellt
haben, diese Frauen, Leben atmend und
das Leben liebend, sind seine Objekte geworden
, und er hat sie gemalt wie wenig andere
vor ihm. Es ist nicht das leidenschaftliche
Moment, das er in der Frau sucht und entdeckt
, er sieht in ihnen das Ruhige, das sehn-

422


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_19_1909/0500