Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 452
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-sr4^> ÜBER NATURSTUDIUM -C^=^

daß der innere Eindruck, der haftet, stärker
ist, als jede Naturskizze es zu sein vermag.
Umgeben von unzähligen Details, darf er sich
nicht von einzelnen derselben hypnotisieren,
binden lassen — er muß sie allesamt und nicht
weniger die sie zusammenfassende Stimmung
in sich aufnehmen, schlucken, trinken — nennen
Sie das, wie Sie wollen! Und dieser ganze
Vorgang der Nahrungs-undStoffaufnahme kann

— das ist es sogar meistens — genau so „unbewußt
" sein, wie es die eigentliche Nahrungsaufnahme
unseres Körpers ist; wobei ich freilich
nicht an das Essen denke, sondern an das
Durchschwitzen der Nahrungsflüssigkeit durch
die Darmwand in das Körperinnere. Natürlich
kann und soll er bei der Arbeit da, wo
der Eindruck der Dinge nicht fest genug haftet

— die Natur um Rat fragen —, ein Arm soll

MAX LEVI DAVID

Ausstellung der Berliner Secession

MAX SLEVOGT DAME IN GELB

Ausstellung der Berliner Secession

ein Arm sein, ein Tier ein Tier, ein Schiff
ein Schiff usw. —, aber dieses Rekapitulieren
mit Bleistift und Farbe ist etwas Grundverschiedenes
von der heute beliebten Naturabschrift
."

Der erste Maler: „Dann wäre demnach ein
Künstler denkbar, der, die angeborene Fertigkeit
zur Technik, zum Handwerk vorausgesetzt
— ein Menschenalter in der Welt herumbummelt
, ohne einen Strich zu tun — der
deshalb trotzdem imstande ist — Kunstwerke
in Ihrem Sinne zu schaffen?"

Der zjveite Maler: „Unbedingt!!! Ebenso,
wie ich an die Steigerungsfähigkeit der technischen
Begabung — durch Arbeit — glaube
wann das geschieht, ist ziemlich gleichgültig
—, ebenso glaube ich, daß eine ange-

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