Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 483
(PDF, 162 MB)
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FRIEDRICH STAHL AUSFAHRT

Große Berliner Kunstausstellung 1909

NEUE KUNSTLITERATUR

Bürger, W. Kunstkritik. Deutsche Bearbeitung
von A. Schmarsow und B. Klemm. M. 3.—.
Leipzig 1908, Verlag von Klinkhardt & Biermann.

Der französische Journalist und Kunstschriftsteller
Theophile Thore, der unter dem beziehungsreichen
Pseudonym W. Bürger schrieb, gilt auch
bei dem deutschen Fachmann seit langem als der
beste Kenner jener entscheidenden französischen
Kunstentwicklung, die sich in den Jahren 1830 bis
etwa 1860 abspielte. Charles Baudelaire, der gleichfalls
die Kunst dieser Zeit gut kannte, wurde uns
auch in seinen Kunstaufsätzen vor einiger Zeit verdeutscht
, und nun haben wir, ihn berichtigend und
ergänzend, auch Bürgers Kunstessays in vorzüglicher
Uebersetzung und geschickter, pietätvoller
Bearbeitung vorgelegt erhalten. Ich las beide Bücher
nebeneinander und finde Bürger — abgesehen
von Baudelaires literarischer Bedeutung — ernster
und tiefer. — Ein größerer Essay leitet den Band
ein. »Neue Bestrebungen der Kunst« ist er überschrieben
, und sein Resultat ist dieses: >Die Formen
wechseln, das ist reine Phantasiesache«, aber
die eigentliche Umwälzung in der Kunst wird sich
nur dann vollziehen, >wenn wirklich der allgemeine
Geist sich wandelt«. Diesem Vorspiel folgen Bürgers
bedeutungsvolle Ausführungen über die Landschaftsmalerei
, die in allgemeinen Erörterungen
(Naturgefühl, die Komposition in der Landschaft etc.)
in kleinen Monographien bedeutender Landschafter,
in Kunstberichten über den »Salon« gegeben sind.
In diesem Abschnitt steht Bürgers Künstlerbekenntnis
: >Der Anfang aller Dinge ist die Liebe. Der
Anfang der Kunst ist das Gefühl für die Natur und
die Leidenschaft für die Schönheit«. Da er eine
Wiedergeburt der Kunst aus der Landschaft erhoffte,
traf er sich natürlicherweise mit den Malern von
Barbizon, und es ist sicher nicht zufällig, daß ihn
mit dem — trotz Millet — Bedeutendsten von diesen
, mit Theodore Rousseau, innige Freundschaft
verband. Diesem Künstler hat er denn auch sein
besonderes Interesse zugewandt, doch gilt das auch
Corot, Calame, Troyon u. a., selbst dem jungen
Claude Monet, dem er schon 1866 eine bedeutende
Zukunft prophezeite. Besonders reizvoll erscheint

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