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PERSONAL-NACHRICHTEN
franz stassen
melancholie
Große Berliner Kunstaasstellung 1909
Federersche Text, von dem oben eine Probe gegeben
wurde. G. J. w.
PERSONAL-NACHRICHTEN
pvÜSSELDORF. Die Königliche Kunstakademie
*-* hat folgende Künstler als Lehrer berufen: den
Münchner Maler Adolf Münzer, Mitglied der
»Scholle«, den Münchner Maler Josef Huber (s. un-
sern Aufsatz in Jahrgang 1906/7, Seite 261 u. f.) und
den Düsseldorfer Maler Wilhelm Doeringer.
T EIPZIG. Dem bekannten Graphiker Walter
Tiemann ist der Professortitel verliehen worden.
1V/IÜNCHEN. Akademieprofessor Hugo Freiherr
von Habermann feierte am 15. Juni in aller
Stille seinen 60. Geburtstag. Die Ehrungen, die ihm
von verschiedenen Seiten, namentlich aber von der
»Secession« zugedacht waren, lehnte er in bescheidenem
Stolze ab: er mochte sich sagen, daß für
einen Meister wie für ihn die Bekundung der Hochschätzung
durch äußere Ehrungen überflüssig und
nichtssagend sei. Baron Habermann, der aus der
Pilotyschule herkam und in den ausgehenden achtziger
Jahren zusammen mit seinen Freunden Fritz
von Uhde und Bruno Piglhein der Vorkämpfer
der Secessionsbewegung wurde, ist nicht nur ein
Künstler von ganz außerordentlicher Qualität, sondern
nimmt in seiner Eigenschaft als Präsident der
»Secession« auch im öffentlichen Kunstleben Münchens
eine hervorragende Stellung ein, die er dank
seiner persönlichen Liebenswürdigkeit und seines
ungewöhnlichen Organisationstalents wie kein zweiter
auszufüllen versteht. Eine seiner jüngsten Schöpfungen
auf kunstorganisatorischem Gebietistdie Begründung
des bayerischen Pavillonsauf der Internationalen
Kunstausstellung in Venedig; auf diese Weise wurde
nicht nur die Münchener Kunst im Auslande wieder
ins rechte Licht gesetzt, sondern ihr auch neue Absatzquellen
eröffnet. Dem Künstler zu Ehren hat
die »Moderne Kunsthandlung« eine Habermann-Aus-
stellung mit etwa 50 Werken des Meisters eröffnet:
bietet sie auch keinen vollständigen Ueberblick über
die Kunst Habermanns, da die Arbeiten aus den
siebziger Jahren ganz fehlen, so enthält sie doch eine
Anzahl vorzüglicher Gemälde und läßt in den Grundzügen
den Weg und das Ziel von Habermanns künstlerischer
Entwicklung erkennen. g.j.w.
ÜNCHEN. Nunmehr ist die amtliche Bekannt-
gäbe der Berufung Geheimrat von Tschudis
nach München erfolgt; die Ernennung zum Direktor
der staatlichen Galerien istmit Wirkung vom l.Juli an
geschehen. Geheimrat von Reber, dessen Uebertritt
in den Ruhestand gleichzeitig erfolgt, stand der Verwaltung
der staatlichen Galerien 34 Jahre lang vor;
er ist nicht nur ein ausgezeichneter Fachmann,
sondern hat sich auch durch seine große persönliche
Liebenswürdigkeit die Sympathien aller, die mit ihm
in den langen Jahren seiner hiesigen Wirksamkeit
in Berührung kamen, erworben. Möge er die verdiente
Ruhe recht lange genießen können.
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