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-5^> DIE SECESSIONSGALERIE IN MÜNCHEN <^=^
albert von keller
Secessionsgalerie, München
parkfest
sten Menschen bei der Arbeit am Felde. ,,Mädchen
mit Garben" heißt das eine Bild, das
von wundervoller Linie in der Bewegung ist,
„Dachauer Bauernmädchen" (Abb. S. 506) ein
anderes. „Die Wiedergeburt des Menschen aus
der Landschaft", wie sie sich auf Langhammers
Bildern dokumentierte, wird vielleicht eine
spätere Zeit als das Merkmal der Kunst
unserer Tage konstatieren. — Doch war der
vielseitige Langhammer nicht auf eine „Spezialität
" eingeschworen: Dafür ist uns das Ölgemälde
„Nausikaa" (Abb. S. 503) ein Beweis,
das namentlich als vorzügliche Fleischmalerei
hoch gewertet werden muß. Gleich Langhammer
hatte Viktor Weishaupt, den im
Jahre 1905 ein vorzeitiger Tod wegholte, die
Gegend um Dachau zur künstlerischen Heimat
erwählt. Auch für ihn ist die Landschaft der
Angelpunkt seines Schaffens, obwohl er gemeinhin
in die Kategorie „Tiermaler" eingereiht zu
werden pflegt. Und so halte ich es für sehr
gut, daß die Galeriekommission neben den
kraftvollen „Stier" eine intime Landschaft
Weishaupts hing, den „Moosfluß in Unterschleißheim
". Auch Moritz Weinholdt gehört
zu den Toten der Secession. Er starb
1905 und in seinem Nachlaß fand man zumeist
Arbeiten, die aus seinem intensiven
Studium des menschlichen Körpers hervorgegangen
waren. Die Galerie erwarb davon
eine monumentale Kohlezeichnung „Schiff-
zieher", drei athletische Männerkörper mit
gestrafften Muskeln, eine Komposition, die in
der Art, in der das Raumproblem behandelt ist,
ganz entfernt an Marees erinnert (Abb. S. 512).
Neben diesen Werken von Verstorbenen
waren aber auch schon von Anfang solche
von Lebenden zu finden. Besonders trat
K. J. Becker-Gundahl mit mehreren Werken
hervor, von denen die Rötel- und Kohlezeichnungen
(Abb. S. 501) ganz besonders erwähnt
werden müssen, ferner die vom Pfarramt St. Maximilian
zu München deponierten Entwürfe zur
Ausmalung der Seitenapsis in der Maximilians-
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