Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 521
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DIE X. INTERNAT. KUNSTAUSSTELLUNG IM MÜNCHNER GLASPALAST

wilhelm claudius böhmische dorfmusikanten

Glaspalast München 1909

darunter Herkomer selbst, dar, und ist mit der
Meisterschaft gemalt, die Herkomer bei solchen
lebensgroßen Gruppen schon des öfteren an
den Tag gelegt hat. Dann aber wollen wir uns
in die Säle der „Secession" begeben, die trotz
des Fehlens einiger ihrer Führer und trotz
der geringen Anzahl von Gästen, den künstlerisch
geschlossensten Eindruck unter allen
lokalen und nationalen Gruppen dieser „Internationalen
" erweckt.

An dominierender Stelle im Ehrensaal der
„Secession" hängt das Werk eines Gastes,
Slevogts „Kleopatra" (es ist das Porträt der
Schauspielerin Tilla Durieux in dieser Rolle)
(Abb. Jahrg. 1907/08, S. 429). War es bloß gastliche
Courtoisie, die dieses rassig gemalte,
fast wie eine Rembrandtische Malerei in
weichen Flocken auf der Leinwand sitzende
Bild in den Mittelpunkt der ganzen Secession
rückte? Slevogt ist heute einer der führenden
Meister Berlins, aber seinen Weg machte er
von München aus, wo Diez sein Lehrer war und

wo ihn die junge Secession in die Kunst einführte
. Und so wirkt die Hervorhebung dieses
Bildes wie eine Feststellung: die Münchner Secession
ist die Mutter aller fortschrittlichen
Kunst in Deutschland. Da ist noch ein Berliner
Meister, der gleichfalls durch die Münchner
Schule gegangen ist: LovisCorinth. „Die Gefangenen
" heißt sein großes Bild: ein männlicher
und ein weiblicher Akt aneinander geschmiedet
mit fester eiserner Kette; die Fleischmalerei
dieser Akte ist trotz einer gewissen
Ruppigkeit sehr überzeugend und saftig, freilich
nicht von jener anmutigen Pikanterie
und schwellenden Pracht, die einen Akt des
Münchners Habermann auszeichnen, der überdies
einige koloristisch wieder vorzüglich
gelungene Damenbildnisse zeigt. Rudolf
Nissls nackte Blondine (Abb. S. 524), ein
kleines Bildchen, das sich durch die brillante
Raumkomposition und die geschmackvolle
farbige Ausbalanzierung qualifiziert, stellt in
der Anmut der Erscheinung den Gegenpol dar

Die Kunst für Alle XXIV.

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liti


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