http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_19_1909/0608
DIE X. INTERNAT. KUNSTAUSSTELLUNG IM MÜNCHNER GLASPALAST
hat prächtige, ins Großzügig-Dekorative stilisierte
Ulanen da und eine koloristisch überaus
wirkungsvolle Jagdszene mit dem von
ihm so sehr geliebten Rot als koloristischer
Dominante. Figurenbilder zeigen uns Beck-
mann-Berlin, Spiro, Borchardt und Emilie
von Hallavanya, die ein sehr anmutiges
Kostümbild ausstellt (Abb. S. 531). Im Porträt
steht Leo Samberger immer noch sieghaft da.
Seine feinen Charakteristiken verschiedener
Münchner Künstler — sie wirken wie gemalte
psychologische Essays — hat er um
einige neue bereichert. So bietet er uns das
repräsentative Bildnis Ferdinand von Millers
dar und den behaglich-humorvollen Charakterkopf
J. Bradls. Um Samberger, den Führer,
gruppieren sich andere tüchtige Porträtisten :
Oppler und Burger, Heinrich Knirr und
Groeber, der auf einer riesigen Leinwand
seine ganze Schülerschar mehr oder minder
fein karikiert dargestellt hat (Abb. S. 527).
Man muß von diesem Bild weg zu Herkomer
hinübergehen, um zu erkennen, wie moderne
und wie ältere Kunst sich in ihren motivlich
ziemlich ähnlichen Arbeiten manifestieren.
Meister Zügel hat wieder eines seiner farbenfrohen
, sonnenschweren Bilder da, ein tirolisches
Ochsenviergespann, um ihn drängt
sich die Schar der anderen Tiermaler:
Schramm-Zittau mit einem sensationell
hellen, Sonne und Straßenstaub und weißes
Gefieder in ein lustiges Ganzes komponierenden
Bild „Gänse", Hegenbarth, Tooby,
Purtscher, Tiedjen und Eckenfelder.
523
66*
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_19_1909/0608