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-^4sö> BRIEFE EINES UNGARISCHEN PILOTY-SCHÜLERS <&^u~
ernst burmester
Glaspalast München 1909
ringkampf
„Pilotys Schüler sind die besten der Akademie.
Ich stehe mit ihnen auf sehr freundschaftlichem
Fuße, wir
kommen jeden
Abend zusammen
und füllen die langen
Winterabende
mit fröhlichen
Scherzen, ernster
Lektüre und mit
Disputationen über
die Kunst aus. Ausserdem
veröffentlichen
wir eine Wochenschrift
, für die
wir alle schreiben
— Witze, Abhandlungen
usw. Pilotys
Schule ist die
trefflichste in ganz
Deutschland, in
welche die besten
Maler bemüht sind,
aufgenommen zu
werden, so daß sich
der Professor die
tüchtigsten auswählen
kann." Um
bei Piloty, der ihn
fortwährend an- walter geffcken
regte, ankommen zu können, mußte er historische
Kompositionen versuchen. Er entwarf
„Attilas Tod" um
ihn Piloty zu zeigen
, doch mißlang
auch dieser Versuch
. Am 27. Januar
1867 schrieb
er seinem Onkel:
„Ich habe mich abgequält
, um etwas
zustande zu bringen
— aber vergebens
. Eins um
das andere zeigte
ich Piloty, er war
aber nicht zufrieden
, mitandernwar
ich esnicht, diever-
warf ich einfach.
Dies kostete viel
Zeit und Kraft, aber
Erfolg hatte ich keinen
. Inzwischen
kam mein Freund
Gabriel Max aus
Paris nach Hause
und ich bat ihn um
seine aufrichtige
die courtisane Meinung. Er sagte
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