Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 532
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ferdinand v. miller christus auf schreitendem pferd

Glaspalast München 1909

C. Cross, von Paul Baum und von der in ihren
Spuren wandelnden Berta Schräder. Feine eigentümliche
Blätter sind auch Max Liebermanns >Ba-
dende Jungen«, Heinrich Vogelers kleine exotische
Landschaften, die sich als rasche Augenblicksbilder
darstellen, die symbolisch zarten Köpfe von
Ferdinand Khnopff und Carl Larsson und ein
kühnes Aquarell der >Englischen Brücke in Arles«
von dem verstorbenen van Gogh. Wilhelm Steinhausen
bringt überaus milde Landschaften voll religiöser
Stimmung, Hamacher ein lichtes >Straßen-
bild aus Chioggia«. Ein Bildnis von energischer
Wirklichkeit ist die >Altländer Bäuerin« von Wilhelm
Claudius.

Einen hellen, mit raffinierter Einfachheit ausgestatteten
Saal haben sich die Wiener eingerichtet.
Das Gewollte herrscht hier mehr als sonst irgendwo,
besonders J. v. Mehoffer gefällt sich mit seinen
gewappneten Engeln in einer Ungelenkheit, die durch
den Zweck der Bilder als Glasmalereien allenfalls annehmbar
würde. Die Bildnisstudie einer Dame auf
einer Gartenbank von L. F. Graf flammt in Licht
und Farbe. Am ansprechendsten sind jedenfalls die
Märchenillustrationen von H. Lefler und J. Urban,
selbständige Dichtungen voll blühender Phantasie
und Heiterkeit.

Von Ausländern, die im ganzen nicht zu stark
vertreten sind, nennen wir ferner A. Vida mit einem

knapp gefaßten Selbstbildnis und Z. Veress (Budapest
) mit einer sehr farbig und temperamentvoll
gemalten Frauengestalt; höchst geschickt und plastisch
herausgemalt ist der Kesselputzer von Leem-
poels (Brüssel), voll Leben und Bewegung ist die
Holzsammlerin von Henrv Luyten (Antwerpen).
Nennen wir endlich noch Nicolas van der Waay
(Amsterdam) mit einem sehr energisch gemalten
Waisenmädchen, A. Delaunois (Louvain) mit einem
grauschimmernden Kirchen werke und D.V. Cameron
(Schottland) mit einem angenehmen Abendbilde.

VON AUSSTELLUNGEN

"DERLIN. Wie immer, absorbieren im Sommer
Secession und Große Kunst-Ausstellung das Interesse
des Publikums so sehr, daß die Kunstsalons
eine Ruhepause eintreten lassen. Die Mai-Juni Kollektionen
bleiben die heiße Zeit über wie schläfrige
Fliegen an den Wänden, oder es werden ältere, schon
etwas eingestaubte Prunkmöbel hervorgesucht. Auch
bei Schulte sind die sonst in kleinere Kabinette verbannten
Lenbach-Skizzen, die Achenbachs, Schuchs
und andere, zu denen man sonst gerne einmal die
Treppe hinanstieg, in den großen Oberlichtsaal umgezogen
, und man freut sich, doch immer wieder
einiges recht Gutes darunter zu finden. Im übrigen

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