Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 534
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_19_1909/0619
-s^> VON AUSSTELLUNGEN <^=^

ist nicht gerade Erschütterndes ausgestellt. Eine große
Anzahl gegenständlich interessanter Motive aus Norwegen
von Karl Werlemann wirkt doch schließlich
recht eintönig und langweilig. Die >Glashütte< von
Otto seeck-Berlin ist trotz lebendiger Auffassung
keine Großtat, wie etwa Menzels »Eisenwalzwerk«,
dem die Inspiration dazu zu danken ist. Walter
Bertelsmann-Worpswede besitzt noch nicht eine
ausgesprochene Eigenart, wie sie bei den alten Worps-
wedern durchweg vorhanden war und ist, aber seine
Bilder verraten immerhin eine nicht gewöhnliche
Geschicklichkeit. Ausgezeichnete, kecke Pastelle sind
von Arnold Hendrik Koning-Ede ausgestellt, in
denen das Wesentliche der Landschaft klar herausgearbeitet
ist, wogegen die kleinen Bilder aus dem
Lande der Tulpen und Hyazinthen von Anton Louis
Koster-Haarlem bei großen Finessen in der farbigen
Haltung sich in zu subtiler Feinarbeit verlieren
. Die Alpenlandschaften Carl Reisers (Partenkirchen
) sind von einer sehr feinen, farbig dekorativen
Wirkung, die oftmals an die Nadelarbeiten
Jessie Hoesels erinnern. Schließlich einige gute
Leistikows, besonders eine Kastaniengruppe von
ganz fabelhafter Kraft. In vorzüglichem Reliefstil
ist eine Reihe an ägyptische Skulpturen anklingender
Reliefs von Joh. Vierthaler (München) gehalten.
Im Kunstsalon Rabl begegnen wir wie immer einigen
Delikatessen: Skizzen von Liebermann, Bildern von
Thoma, darunter ein schwerblütig gemaltes Tal mit
dichten Lorbeerbäumen und blauen Blumen im Vordergrunde
, ferner Arbeiten von Gebhardt, Langhammer
, sowie von dem Weimaraner Buchholz, dessen
feine Landschaften immer wieder überraschen.

r. schm.

JV/IÜNCHEN. Die kgl. Graphische Sammlung er-
öffnete in ihrem zweiten Ausstellungssaal eine
Ausstellung >Das
Tier in der Graphischen
Kunst, der
letzten fünf Jahrhunderte
bis zur Gegenwart
*.. Von modernen
Meistern
sind vertreten: van
Muyden, Moriz
Geyger, R. Müller
, Zügel, Sle-
vogt, Neuenborn,
W. Geiger, Jungnickel
,
wein und
hofer.

LlEBEN-

Mayrs-

JV/IUNCHEN. Im

Kunstverein ist
ein Stück altmünch-
ner Kunst und
Künstlerlebens wieder
lebendig geworden
. Eine umfangreiche
, aus öffentlichem
und privatem
Besitz zusammengetragene
Spezial-
ausstellung gewährt
uns eine gute Ueber-
sicht über das vielverzweigte
und inhaltsreiche
Lebenswerk
des Münchner
Malers, Zeichners
, Radierers und
Kunstgewerblers

johannes hirt

Eugen Napoleon Neureuther, der am 13. Januar
1806 in Bamberg geboren wurde und hochbetagt
am 23. März 18°3 in München starb. Die
Kollektion im Kunstverein läßt uns Neureuther
namentlich als Zeichner wert gewinnen. Er hat
vorzügliche Porträtköpfe in Bleistift gezeichnet,
leider hat man die schönsten Exemplare davon aus
München entführt, sie gehören jetzt der Nationalgalerie
in Berlin. Anderes freilich blieb uns erhalten,
wie die köstlichen Arabeskenzeichnungen zu Kobells
lustigen oberbayerischen G'sangeln, sie sind im
Besitz der städtischen Maillinger-Sammlung und sind
nicht nur im Figürlichen, sondern auch im Ornamental
-Dekorativen, für das Neureuther eine besondere
Begabung besaß, ausgezeichnet gelungen. Einen
Einblick in das frohe Münchner Künstlertreiben der
Dreißiger- und Vierzigerjahre gewähren Neureuthers
Fest- und Gedenkblätter zu den mancherlei prunkvollen
Feierlichkeiten der Münchner Künstlerschaft.
Als Meister der Federzeichnung scheint er Oberländers
Vorgänger zu sein, als langjähriger künstlerischer
Leiter der Nymphenburger Porzellanfabrik
betätigte er sich ausgezeichnet im Kunstgewerbe,
als Radierer nennt ihn Reber den Wiedererwecker
dieser Technik — ein vielseitiges und erfolgreiches
Schaffen stellt also sein Lebenswerk dar, das wir
gerne und dankbar an uns vorüberziehen lassen.

g. j. w.

W/ORPSWEDE. Am 1. Mai wurde die diesjährige
Worpsweder Kunstausstellung eröffnet, in der
leider einige der älteren Worpsweder nicht vertreten
sind. Von Heinrich Vogeler ist eine umfangreiche
Sammlung guter Bilder zu sehen. Sie enthält
außer einigen älteren seine letzten Arbeiten
, die durch Helligkeit und frische* Farben angenehm
berühren. Modersohn bringt einige stimmungsvolle
Landschaften
ausFischerhude
. Hans am
Endes neueste Arbeit
»Zwiegespräch«
erinnert an Leibi
und zeigt Vertiefung
der Auffassung. Von
dem Worpsweder
Nachwuchs fällt der
Leiter der Worpsweder
Kunstschule,
Georg Tappert,
auf, der außer einigen
frischen Stilleben
in der grotesken

»Jungfer Wellbruck
« eineachtbare
Leistung zeigt. Erwähnung
verdienen
dann noch eine dekorative
Birkenlandschaft
von Udo Peters
und ein fein
modelliertes Rosenstilleben
von Friedrich
Blau. Die
graphische Abteilung
enthält das umfangreiche
Exlibris-
Werk Heinrich Vogelers
, einige gute
Radierungen Overbecks
und die interessanten
kleinen Radierungen
Hans am
Endes. Georg Tap-

hygieabrunnen in karlsruhe

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