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johannes h1rt«figur vom hygieabrun-
nen in karlsruhe ^ <s
pert stellt eine schon in der Berliner Secession gezeigte
farbige Radierung aus, sowie Holzschnitte
mit Proletariertypen. Friedrich Blau ist mit einigen
Holzschnitten vertreten, die durch gute Silhouette
erfreuen.
Etwas ganz Neues für Worpswede ist dieWorps-
weder Keramik, über die später noch etwas zu
sagen sein wird. — a.
VERMISCHTES
CISENACH. Im Juni ist hier das Denkmal des
*^ Großherzogs Karl Alexander, ein vorzügliches
Werk des Berliner Bildhauers Hermann Hosaeus,
enthüllt worden.
!/■ ARLSRUHE. Der bekannte hiesige Kunstmaler
Wilh. Klose, Ehrenbürger der Stadt, hat seinen
hiesigen vielen künstlerischen Stiftungen eine neue
hervorragende zugefügt, den von Bildhauer Johannes
HiRT-Worms — einem begabten Schüler von Professor
Adolf Heer, dem Schöpfer des hiesigen Kriegerdenkmals
— entworfenen, vielfigurigen Hygiea-Brun-
nen (s. Abbildungen S. 534 und 535). Gekrönt von der
Idealgestalt der Hygiea und zwei Knaben sehen wir
auf dem mehrteiligen Unterbau nackte Mädchen- und
Knabenfiguren sitzend und sich am Spiel des Wassers
erfrischend, in geistreicher, künstlerisch sehr gut
gelöster Weise die heilsame Wirkung des Wassers
versinnbildlichend. Johannes Hirt hat damit seinen
mannigfachen hiesigen künstlerischen Schöpfungen
- als deren letzte wir die gleichfalls im Auftrag
von Wilh. Klose gefertigten Giebelfelderreliefs des
Rathauses rühmlichst nennen (s. die Abbildungen
in Jahrgang 1903/04 S. 528 bis 532) — eine neue hervorragende
hinzugefügt.
V/IÜNCHEN. X. Internationale Kunstausstellung
im Kgl. Glaspalast. Vom bayerischen Staat
wurden erworben dieölgemälde: Professor Christian
Landenberger »Badende Knaben am See«; Professor
Leo Samberger »Bildnis des Professors
Jakob Bradh; Giulio Beda »Sonniger Wintertag
im Dachauer Moos«; Professor Fritz August v.
Kaulbach »Tulpenstilleben<; Professor Johann
Carl Becker-Gundahl »Drei Studien« (Rötelzeichnungen
); BernhardBleeker »BüstedesMalers
Pallenberg« (Bronze).
NEUE KUNSTLITERATUR
Shakespeares Sommernachtstraum. Ueber-
setzt von A. W. von Schlegel. Mit 40 farbigen Tafeln
und anderen Illustrationen von Arthur Rack-
ham. München 1909, F. Bruckmann A.-G. Nr. 1—650
in Pergament gebunden M. 32.—, Nr. 651—985 in
lapan-Einband M. 28.—.
Shakespeares Sommernachtstraum, der hier in
einem kostbaren Prachtwerk vorliegt, hat in seiner
wundervollen Vereinigung von Komik, Phantasie und
Groteske schon manchen Künstler gereizt zu bildnerischer
Nachschöpfung. Kaum einer aber wird
so kongeniale Arbeiten geschaffen haben wie Arthur
Rackham, von dem diese in ihrer Ausstattung
einzige Ausgabe neben zahlreichen Textillustrationen
vierzig Vollbilder in ausgezeichneter Reproduktion
enthält. Rackham steht in seiner Art etwa zwischen
den Japanern und den Präraffaeliten, doch stellt er
kein mixtum compositum dieser heterogenenElemente
dar,sondernihreSpecifica haben sich in seinem eigenen
künstlerischen Wesen sozusagen aufgelöst, sind
Bestandteile davon geworden. Motivlich schließt
sich Rackham lieber an die idyllisch-intimen Partien
johannes HIRUqFIGUR vom hygieabrun-
nen in karlsruhe
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