Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 538
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DIE GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG ZU DÜSSELDORF 1909 <^=^

treibt vielleicht hier und da das flächenhafte
Einsetzen der Farbe; die Raumwirkung aber
und der Ausdruck sprühenden Lebens sind
bei ihm geradezu verblüffend. Seine „Dame
am Kaffeetisch" und der prächtige, ganz hell
gestimmte und doch überaus starkfarbige
„Sommertag" beherrschen einen ganzen Saal.
Eine gewisse Verwandtschaft in der Farbenanschauung
, wenn auch nicht in der Technik,
findet man bei O. Boyer. Er geht über das
Düsseldorfer Normalmaß gleichfalls hinaus
und läßt sich hin und wieder sogar von einer
leichten Neigung zu phantastischen Effekten
beherrschen, wie in dem bunt glühenden
Farben- und Lichterspiel, wo eine alte Hexe
drei Rokokodämchen einen geheimnisvollen
Alraun vorführt (Abb. S. 553). Ein erfreuliches
Fazit seines Könnens zieht D. Zacharias
in dem großen Bilde „Im Korn" (Abb.
S. 539). Unzweifelhaft macht sich darin Gebhardtscher
Einfluß noch stark geltend; aber
es ist nicht die lähmende und jede persönliche
Begabung tötende Herrschaft des Meisters,
wie sie sonst oft zum Unsegen zutage tritt.
Zacharias hat sich umgeschaut in Mitwelt
und Mitkunst; seine Malerei ist das Resultat
von Gelerntem und selbständig Gewolltem. Zu

den jungen Talenten von hoher Begabung
gehört auch H. Angermeyer, der schnell den
akademischen Schulsack abgeworfen hat und
in seinem eigenartig komponierten „Bettelmädchen
" (Abb. S. 552) die Wege zu einem
sehr persönlichen Kolorismus wandelt. Frisch
wie immer und hellfarbig im Ton ist Max
Stern. Seine scharfäugige Beobachtung von
Natur und Leben hat ihm eine große Sicherheit
in der Auffassung von flüchtig vorüberziehenden
Motiven gegeben. Auch er darf
als schätzenswerter Mithelfer gelten bei den
Bemühungen, ein künstlerisches Neu-Düssel-
dorf zu gründen. Karl Plückebaum erreicht
mit seinen naiv romantischen Motiven —
Engeln unter Rosenbäumen, Geigenspielern,
Klosterleuten, Weisen aus dem Morgenlande —,
die alle etwas an Schwind anklingen, bisweilen
reizende Effekte. So namentlich in
dem entzückenden, kleinen Triptychon, das in
der Abteilung für christliche Kunst hängt.
Neuerdings malt er auch ansprechende Kinderporträts
in einem leicht archaisierenden
Stil (Abb. S. 554). Von W. Christens sehen
wir einen technisch interessant behandelten
weiblichen Akt. Der junge Schmitz-Pleis,
der vor kurzem in der Ausstellung der Gruppe

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