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-5=4sö> DIE GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG ZU DÜSSELDORF 1909
für begegnet man hier aber auch nicht jener
offenen Verachtung tüchtiger Arbeit, jenem
Größenwahn, der mit einer abgekürzten,
fragmentarischen Ausdrucksweise beginnen
zu können meint, mit welcher wirklich große
Künstler nach einem Leben voll unablässigen
Ringens und Mühens endigen. Die kleine
demie erscheinen der tüchtige und vielseitige
Ad. Maennchen (Abb. S. 542) und der greise,
aber unverdrossen tätige E. Dücker, von
dessen reicher Erfahrung ein ganzes Künstlergeschlecht
Nutzen gezogen hat, wenn schon
naturgemäß nur diejenigen seiner Schüler
zu wirklicher Bedeutung gelangten, welche
CIPRI ADOLF BERMANN
Ausstellung Düsseldorf 1909
NYMPHE
Gruppe E. Kampf, H. Hermanns, H. Liesegang
(Abb. S. 542), welche gegen Ende der
achtziger Jahre eine neue, von der Akademie
unabhängige Epoche der Landschaftsmalerei
einleitete, steht jetzt auf der Höhe ihres reifen
Könnens. Die Künstler zeigen neue, fruchtbare
Ansätze in ihrer Malerei und halten sich trotz
ihres kritischen Alters fern von jeder erstarrenden
Konvention. Als Vertreter der Aka-
die Kraft fanden, sich rechtzeitig von der
Art des Meisters loszumachen. Das wird
auch der sehr begabte W. Fritzel früher
oder später tun müssen. H. Mühlig, A. Lins,
Fr. von Wille treten mit ihren bekannten
Motiven auf; Gustav Marx nimmt mit seinem
„Niederrheinischen Fuhrwerk" einen
erfolgreichen Ansatz zu starker Farbenwirkung
. In erfreulicher Weise sieht man bei
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