Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 544
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-»=4^> DIE GROSSE KUNSTAUSSTELLUNG ZU DÜSSELDORF 1909 <^=^

J. P. Junghanns den bisher vorherrschenden
Einfluß seines Lehrers Zügel schwinden zugunsten
eines mehr persönlichen Stils,
der schon jetzt einen Zug einfacher Größe
trägt. M. Clarenbach, W. Ophey und A.
Bretz gehören zu den bedeutendsten Hoffnungen
unter unseren Landschaftern; sie
feiern gegenwärtig in einer Sonderausstellung
in der Kunsthalle verdiente Triumphe, sind
aber auch hier mit bemerkenswerten Werken
vertreten. Desgleichen scheinen E. Hardt,
O. Ackermann (Abb. S. 547), W. Hambuchen,
Fr. Kiederich (Abb. S. 555) und unter den
Tiermalern A. Reibmayr und E. Paul sicher
bestimmt, über die Grenzen Düsseldorfs hinaus
ernste Aufmerksamkeit zu erwecken.

Von auswärtiger Kunst sind nur eingeladene
Werke vertreten; im ganzen nicht viel
über hundert. Das ist ein Prinzip, welches in
Mannheim sich glänzend bewährt und auch
hier gute Ergebnisse gezeigt hat, wennschon
man sich faute de mieux hier und da doch
mit Sachen begnügen mußte, die kaum in eine
Elite-Ausstellung gehören. Die drei Leibls,
welche die Stadt Reichenberg hergeliehen hat,
namentlich die prächtige Atelierszene und die
Dame in Schwarz, stehen in ihrer souveränen
Schönheit so völlig hors de concours, daß da-

GERHARDJANSSENvsDIE FROMME GROSSMUTT
Ausstellung Düsseldorf 1909

neben selbst vier Aquarelle von A. Menzel,
abgesehen vielleicht von der bekannten Dame
am Spinett, nicht aufkommen. Höchstens Max
Liebermanns „Amsterdamerjudenstraße" von
1905 kann, trotz ihrer so grundverschiedenen
Technik, als gleichwertig danebengestellt werden
. Liebermann ist übrigens noch mit zwei
trefflichen älteren Bildern und mit einer geistreichen
Strandszene von 1908 sehr gut vertreten
. Von A. Kampf interessieren namentlich
die hier noch nicht gezeigte „Spielpause"
und das liebliche, hier kürzlich farbig reproduzierte
Porträt seines Söhnchens als Leistungen
, die über bloß akademisches Können weit
hinausgehen. Daß Kampf einer unserer ersten
Zeichner ist, beweist er durch eine größere
Anzahl von erstaunlich lebendigen Kopfstudien
. Die „Trauerfeier in Friesland" von O.
H. Engel ist ein Bild voll ruhiger, stiller
Feierlichkeit und von starken, aber nicht lauten
künstlerischen Reizen. Unter den Berlinern
sind sonst noch O. Frenzel, Fr. Kallmorgen
, Fr. Skarbina, E. Oppler mit Achtung
zu nennen. H. Looschen und Schulte im
Hofe bringen gute Damenbildnisse; von Sle-
vogt sieht man seinen bekannten Totentanz.
Der archaisierende Fr. Stahl hat seine im
Frührenaissance-Stil gehaltene „Predigt des
Täufers" gesandt. Die Wiener sind nur
sparsam erschienen; das Porträt der
Schauspielerin Marberg von Quincy
Adams fällt durch seine sonore Farben-
gebung angenehm auf (Abb. S. 551).
Von Graf Kalckreuth sieht man ein
mit voller Sicherheit behandeltes Knabenporträt
(Abb. S. 559), von dem zu
früh verstorbenen Fr. Overbeck eine
form- und farbenreiche Frühlingslandschaft
. Weimar ist durch Gari Mel-
chers vertreten, der mit seinem „Abendmahl
" und mehr vielleicht noch mit
seiner „Kesselflickerfamilie" viel Bewunderer
findet. In erheblicher Zahl
treten die Stuttgarter auf. Bergmann
(Abb. S. 557), Georgi, H. von Volkmann
, Schönleber haben beachtenswerte
Beiträge geliefert, letzterer unter
anderem ein wundervoll reifes Bild aus
Viareggio, das für die Düsseldorfer Galerie
erworben wurde. Dill fehlt nicht
mit zwei seiner typischen Tempera-Landschaften
in vornehmem, mattem Gobelinton
. Unter den Dresdnern ragen Unger
(Abb. S. 540), Zwintscher, Hegenbarth
und C. Bantzer (Abb. S. 541)
hervor; des letzteren großes Familienbild
, ganz in Licht und Luft aufgelöst,
ist eines der Glanzstücke der Aus-

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