Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 559
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-^^> NEUE KUNSTLITERATUR <fc^-

der das Leben köstlich nennt, wenn es
Mühe und Arbeit gewesen. An kühnen
und neuen Gedanken fehlt es auch in
diesem schmalen Bändchen nicht. So
ist es sicher originell, wenn Liebermann
behauptet, die moderne Malerei stehe
den alten Meistern viel näher als die
akademische Malerei der ihr vorausgehenden
Generation. Als Zeugen dafür
ruft er jene Kunstgelehrten auf,
welche von der alten Kunst herkamen,
sich aber der modernen Richtung annahmen
, als sie verketzert, verlacht und
beschimpft wurde; er nennt hier die
Namen Bode, Bayersdorfer, Tschudi,
Seidlitz, Lichtwark. — Sehr gut ist auch
eine Gegenüberstellung von Knaus, dem
besten deutschen Genremaler, und Israels
, der ja in seinen Motiven auch genrehaft
ist. Liebermann schaltet bei dieser
Gegenüberstellung das malerische Moment
ganz aus und hält sich nur an das
Stoffliche, und da stellt er fest: Knaus
sucht das Anekdotische, seine Kunst ist
illustrativ, Israels sucht das Typische,
sein Werk ist dichterische Synthese ...
Diese kleinen Stichproben aus dem Inhalt
der beiden, wenn auch an Umfang
geringen, so doch gedankenreichen Bändchen
mögen alle, die sich ernsthaft mit
künstlerischen Problemen beschäftigen,
zur Lektüre der Liebermannschen Essays
anspornen.

Kunst und Künstler in Frankfurt
amMain im 19. J ahrh un d e r t.
Herausgegeben auf Veranlassung des
Frankfurter Kunstvereins, bearbeitet von
Heinrich Weizsäcker und Albert
Dessoff. IL Band: Biographisches
Lexikon der Frankfurter Künstler
im 19. Jahrhundert, bearbeitet
von Albert Dessoff. Beide Bände M.24.
furt a. M. 1909. J. Baer & Co.

Der reich illustrierte erste Band dieses Werkes,
der das Frankfurter Künstlerleben des 19. Jahrhunderts
im Zusammenhange schilderte, ist bereits
im vorigen Jahre, bald nach seinem Erscheinen, an
dieser Stelle gewürdigt worden. Um den zusammenfassenden
, systematischen Charakter der literarischen
Darstellung dieses ersten Teiles nicht durch Einzelheiten
zu unterbrechen und zu belasten, wurde dem
zweiten, nunmehr gleichfalls abgeschlossenen Teil
die Form eines biographischen Lexikons gegeben,
welches ausschließlich als Nachschlagebuch gedacht
ist. Also ein Frankfurter Künstlerlexikon des 19. Jahrhunderts
! Ein solches Werk kann natürlich nur
mit einem großen Aufwand liebevoller Mühe und
Arbeit zustande kommen, und daß diese Voraussetzung
hier in vollem Maße erfüllt ist, wird jeder
bestätigen, der das Buch zu benützen Gelegenheit
hat. Die verstreuten literarischen Quellen, wie vor
allem die ungedruckten Nachrichten, die auf persönlicher
Mitteilung und Tradition beruhen, sind mit
größtem Fleiße gesammelt und mit Umsicht verarbeitet
worden. Die Darstellung beschränkt sich
dem lexikographischen Charakter gemäß auf rein
sachliche Angaben unter Verzicht auf alle ästhetischkritischen
Erwägungen; für die Zusammenstellung
der aufgenommenen Künstlernamen war das Prinzip
der Vollständigkeit maßgebend, wobei das Jahr 1900
die Grenze zur Gegenwart abgibt. Gewisse Schwierigkeiten
, die sich hierbei ergaben, liegen in der Natur

LEO VON KALCKREUTH KNABENBILDNIS

Ausstellung Düsseldorf 1909

Frank-

des Themas und dürften kaum zu vermeiden sein;
so die Abgrenzung des Begriffs»Frankfurter« Künstler
im Hinblick auf die vielen nur vorübergehend in
der Stadt tätigen Maler, Bildhauer und Architekten,
und andererseits die Abgrenzung des Begriffes
> Künstler« gegenüber dem künstlerisch tätigen Dilettanten
, als welche ja in einem Frankfurter Künstlerlexikon
auch die Namen Goethes und Bettinas von
Arnim zu erwarten sind. Die Redaktion ist — wie
mir scheint, mit Recht — weder in dieser noch in
jener Hinsicht übertrieben zurückhaltend gewesen,
und wenn manche Angaben vielleicht schon jetzt
selbst für den Lokalhistoriker ein nur statistisches Interesse
haben, so werden viele andere gerade für eine
spätere Zeit von bleibendem Nutzen sein. Jedenfalls
ist durch das Buch nicht nur den Frankfurter Künstlern
ein stattliches Monument gesetzt worden, es
wird auch als praktisches Nachschlagewerk allen,
die sich mit deutscher Kunst des 19. Jahrhunderts
zu beschäftigen haben — als Forscher, Sammler
oder Händler —, oft unentbehrlich sein.

SWARZENSKI

Hevesi, Ludwig. Altku nst —Neukuns t.
1894—1908. Geheftet M. IL—, geb. M. 12.—. Wien,
Verlag von Karl Konegen.

Seinem dokumentarischen Sammelbande »acht
Jahre Sezession« hat nun Hevesi ein ebenso gewichtiges
Buch folgen lassen, das gleichfalls den
Untertitel >Kritik-Polemik-Chronik« tragen könnte,
doch mit dem Hauptton auf dem letzten Wort.
Freilich darf man dabei nicht an eine dürr pragmatische

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