Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 19. Band.1909
Seite: 562
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DIE VIII. INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG DER STADT VENEDIG

CAMILLO INNOCENTI DER SCHMUCK

Ausstellung Venedig 1909

seines Ruhmes im Zusammenhang vorzuwei- Körper einer „Nymphe" durchleuchtet, aber

sen. Dasind „Der Krieg", „Die Kreuzigung", das Gebüsch mit dem lauschenden Satyr da-

„Die Vertreibung aus dem Paradiese", „Die rin ist eine stumpfe Kulisse. So hat jedes

Sphinx", „Die Sünde", und neben Porträts und der Bilder, und es sind ihrer dreiundfünfzig

den dekorativen Capriccios, zu denen auch hier beisammen, seinen Eklat, wie ein Pfeil

einige der Bronzen zu zählen sind, Gemälde abgeschnellt, etwa das wundervoll abgestimmte

des letzten Jahrgangs. Er zeigt sich auf der Gruppenbild der Familie des Malers (1890)

Höhe seines Könnens in dem vornehm ge- ausgenommen, wo noch nicht die Lokalfarbe

stimmten Familienbild, woer in grauem Schluß- ganz aufgezehrt ist. Wenn man seine zu einem

rock vor der Staffelei steht, in dem „Früh- kunstgeschichtlichen Dokument gewordenen

ling", einem bunt tobenden Reigen in freier Pferde, die sich im Sonnenglast der Fliegen

Natur,in„PerseusundAndromeda"mitFarben- erwehren, wiedersieht, und vor den Porträts

klängen, die an die tragische Schönheit der vollends, die als kühne Beleuchtungsprobleme

„Meduse" und der „Verwundeten Amazone" aufgefaßt sind, begreift man noch einmal die

erinnern. Eine andere Art Erregung teilt Paul werbende Kraft, die Besnard ringsum aus-

Albert Besnards große Kollektion mit. Wer geübt hat und ausübt. Auch Anders Zorn

nervös sich ihm hingibt, geht bis ins Unwahr- (Abb. S. 575) blickt gern ins hellste Licht,

scheinliche mit. Seinem Lichthunger genügt sei es der Sonne, sei es der Lampen. Er geht

nicht die in allen Farbenspielen wiedergege- den Erscheinungen mit einem besonders ge-

bene Wirklichkeit, er übertreibt sie zuweilen, schmeidigen Pinsel nach ; Frische und Gesund-

um der dekorativen Anlage willen. In dem heit atmet aus den vollen nackten Frauen-

„Morgen" scheint das Wasser ein weißglü- leibern im Freilicht, eine fröhliche Bauern-

hendes Element zu sein, der kühn verkürzte buntheit spricht aus den durch das Ensemble

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