Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 63
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DIEGESELLSCHAFTSRÄUME DES DAMPFERS „PRINZ FRIEDRICH WILHELM"

bruno paul « oberlicht im treppenhaus « stühle aus dem speisesaal (grauschwarz gebeizte eiche)

und hierin durch die glänzenden Hölzer nur
unbedeutend gemildert. Den warmen Ton
des Ensembles geben erst die zwanglos herumgestellten
großen vielfarbigen Gobelinsessel.
Als einzelnes Prachtstück in diesem Raum
sei der an der Bibliothekswand nach dem
Hinterschiff eingebaute Bücherschrank aus
Palisanderholz erwähnt, dessen obere Füllungen
aus hellem Rosenholz geschnitzt sind.
Hier hat einmal Bruno Paul, in Anbetracht
des Reichtums der ganzen Umgebung, eine
gewichtige Ornamententwicklung gestaltet,
gleich vorzüglich als Zeichnung, Abwandlung
und Arbeit. Daneben verdienen dann wieder
die verschiedenen Tischleuchter Beachtung,
mit vergoldetem Körper und Schmuck von
Kristallkugeln; einer davon eine glückliche
Vereinigung von Lampe und Blumenständer.

Die Vorplätze vor diesem Gesellschaftssalon
wirken hell, die Wände zeigen Eschenholz
mit Wassereicheneinlage, das an Steuerbord
belegene Obersteward-Bureau, neben
den Schottentüren, hat innen außerdem noch
Mahagoniausstattung. Der Platz zwischen den
Eingangstüren wurde zu einer behaglichen
Teecke eingerichtet, über deren Sofas reiche
dekorative Panneaus in Kurbelstickerei Platz
fanden. Eine Stellung für sich nimmt dann
ein Vorplatz vor dem Speisesalon (also ein
Deck tiefer) ein, der neben der Pantry befindliche
Barraum, kräftig blau lackiert mit
schwarz und weiß schablonierten Ornamenten.

An den Geländern des Treppenhauses sieht
man wieder Prachtleistungen an Holzschnitzerei
. Die MahagonifüllungenzwischenWasser-
eichenrahmen zeigen in ihrer Gesamthaltung
leise Anklänge an barocke Elemente, aber im
einzelnen durchaus strenge und individuelle
Behandlung. Der Eindruck ist, bei aller Flachheit
des Reliefs, doch reich und voll, wie es der bevorzugte
Platz der Haupttreppe erfordert
. An den Wandungen des Treppenhauses
, die mit weißem, von Mahagonistreifen
gegliedertem Eschenholz belegt
sind, bringen oben, am Sonnendeck
, drei von C. Ule ausgeführte Mosaikfüllungen
schön farbigen Schmuck,
ein dekoratives Bild von Prof. F. A. O.
Krüger, flankiert von Darstellungen
des bremischen und des Lloyd wappens.

Ueberdas Handwerkliche eingehend
zu reden, ist nicht nötig. Es genügt zu
sagen, daß die „Vereinigten Werkstätten
" in jedem Stück Vollendetes
geleistet haben. Man weiß ja, was unter
dieser Signatur in die Welt geht, ist
ersten Ranges. Emil Waldmann

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