Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 112
(PDF, 147 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0136
-*^> DAS NEUE DEUTSCHE BILDERBUCH <^g-

Sem Röckchen war aus Gräsern, Den Kranz im Haar zerzaust der Wind;

Ein Mieder trug's aus Veilchen blau, Laut schluchzte unser Maienkind

In Schuhen leicht und gläsern Und zitterte an Arm und Bein;

Durchzog's die Winterau. Wie könnt es anders sein ? —

FARBIGE ZEICHNUNG VON ELSA BESKOW AUS „BLONDCHEN IN BLÜTEN";

REIME VON GEORG LANG (VERLAG GEORG W. DIETRICH, MÜNCHEN)

was man nicht von allen seinen Publikationen
sagen kann, die oft die schlimme Buntheit des
billigen, üblichen Kinderbuchs streifen: die Tierbilderbücher
von Kappstein z. B. sind schlimm.
In dieser Beziehung ist der „Kleine Tiergarten
", den der Verlag Kahlenberg&Gün-
ther herausgab, hier zu erwähnen. Die Bilder,
die Gerhard Marks dazu zeichnete, haben
dekorative Wirkung und zeugen von scharfem
Blick für das Wesentliche der Tierformen.
Wenn auch vielleicht im einzelnen noch manches
zu erinnern ist — so könnten die Farben,
namentlich der Hintergründe, öftersgeschmackvoller
abgetönt sein, das grelle Gelb und Rot
erinnert manchmal zu sehr an die Klischeewirkung
schlechter Plakate —, so ist doch
im ganzen die künstlerische Geltung nicht
zu verkennen und dem Kind, dem ja die Tiere
besonders lieb und interessant sind, werden

sich diese markanten Bilder
nachdrücklich einprägen.

Auch im Globus-Verlag
ist ein Tierbilderbuch
von Haase erschienen, dessen
Einband — ein prächtiger
Hahnaufgrauem Grunde
— sich wirkungsvoll präsentiert
. Auf fein kariertem,
leinenartigem Papier machen
sich die Tierszenen
recht gut. Dieses, wie die
anderen Bilderbücher, die
der Verlag des Warenhauses
Wertheim herausgab, zeichnen
sichdurch Billigkeitaus.

Unter den Einzelbüchern
des Scholz'schen Verlages
sind Arpad Schmidham-
mers Bilderbücher zu erwähnen
: „Muckis Weltreise
" und „Der verlorene
Pfennig". Schmidhammer
hat nicht nur Zeichnungen,
sondern auch die Verse dazu
geliefert. Besonders die
„wunderliche Weltreise
Muckis" gewinnt dadurch
eine erfreuliche Einheit.
Schmidhammer verfügt
über das, was die Kleinen
am meisten reizt: Lustigkeit
. Bei ihm geschieht
viel, und niemals wird sich
das Kind bei ihm langweilen
. Mit Schnelligkeit
wechseln die Vorgänge, die
derKünstler keck illustriert,
wobei er sich nicht scheut,
in den Farben ebenso resolut zu sein wie in
den Versen; das Ganze hat dadurch seinen
eigenen, derben Stil, der an das Kasperltheater
erinnert. So ziehen auch diese grellen Geschehnisse
vorüber; es wird gehauen und geraubt
und geschrieen, aber das amüsiert das
Kind, und befriedigt wird es mit dem Ausreißer
heimkehren.

Der Verlag Jos. Scholz ist bemüht, durch
Herausgabe illustrierter Liederbücher ein
neues Gebiet anzubauen. Auch die „Künstlerpostkarten
" zum Ausmalen nach Vorlagen von
Hans Thoma gehören hierher. Die kindliche
Phantasie wird damit zu einer neuen Betätigung
hingelenkt.

Es ist hier nicht so ausschließlich das Künstlerische
betont, das allerdings, einseitig angewandt
, auf diesem Gebiet leicht auf Irrwege
führen kann; die deutsche Gefühlsart,

112


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_20_1909/0136