Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 20. Band.1909
Seite: 120
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-^ö> DAS NEUE DEUTSCHE BILDERBUCH <^=^

„Wacht auf, wacht auf, ihr Täler, vom Winterschlaf so kalt,
Und ziere Dich mit Blumen, Du Wiese, Feld und Wald!"--

AUS „DEUTSCHES KINDERBUCH". MIT BILDERN VON ERICH KUITHAN

(VERLAG FISCHER & FRANKE, BERLIN)

wenig Rot, das keck hier und da verteilt ist,
gehoben werden, zu den wertvollen Publikationen
dieses Verlages.

Die Märchenbücher von Elsa Beskow
„Blondchen in Blüten", „Hänschens Skifahrt"
(bei Georg W. Dietrich, München) zeichnen
sich durch Frische der Darstellung aus. Von
dieser Künstlerin kam noch in einem anderen
Verlag (Loewes Verlag Ferdinand Carl, Stuttgart
) heraus „Flanschen im Blaubeerenwald",
das eine kleine Irrfahrt im Wald schildert,
wo Flanschen die Blaubeerenknaben und die
Preiselbeermädchen trifft. Das ist alles hübsch
erdacht; Naturgefühl und kindliche Empfindung
gehen gut zusammen; die helle Farbigkeit
der Bilder gibt dem Ganzen frohe Stimmung
.

Was diesen Frauenbüchern gemeinsam ist,

ist die weibliche Note, eine
feine Einschmiegsamkeit,
die dem Kind wohltun wird.
Was noch manchmal fehlt,
ist das Schaffen aus dem
Ganzen heraus. Vorbilder
merkt man noch zu leicht.
Eigene Art kann hier noch
kräftiger betont werden. Es
wird sich dann eine gute
Mischung ergeben. Jedenfalls
sieht man schon jetzt
auf eine Reihe guter Leistungen
. Das, was den männlichen
Büchern oft noch
fehlt, jene weichere Note,
jenes feinfühlende Nachgehen
, das auf das Kind so
anheimelnd wirkt, die besondere
Atmosphäre dieser
Welt ist in ihnen. Was andererseits
auffällt, ist der
Mangel zuverlässigen, zeichnerischen
Könnens, den die
Phantastik und das Leicht-
Farbige oft verdecken soll.

Loewes Verlag Ferdinand
Carl (Stuttgart), der
das oben erwähnte „Häns-
chen im Blaubeerenwald"
herausgab, hat außerdem
noch in den „Neuen Tierbildern
" (zwölf Steinzeichnungen
von Heubach) und
„In bunter Reihe" gezeigt,
daß er das Künstlerische
anstrebt: in den Buntbildern
des letzten Buches ist
manch einfache, geschmackvolle
Farbenwirkung.
Eine vorzügliche Publikation gab derTu rm-
Verlag (Leipzig) heraus: eine Jubiläumsausgabe
der GRiMM'schen Haus- und Kindermärchen
. Der vollständige Text wird geboten.
Rob. Riemann schrieb eine verständnisvolle
Einleitung, die in das Wesen des Märchens,
die Art seiner Entstehung und seines Fortlebens
fein einführt. Otto Ubbelohde zeichnete
zu dieser schön gedruckten Ausgabe Bilder
, die den Text begleiten und sich in ihrer
linearen Schwarz - Weißwirkung vortrefflich
dem Seitenbild einfügen.

Den Versuch, ein modernes Märchenbuch
zu schaffen, unternahm der Verlag Scherl
in seinem „Neuen deutschen Märchenschatz",
zu dem vornehmlich Künstler der „Jugend"
(Eichler, Münzer, Hein, Schmidham/vier,
der hier den Märchenton gut zu treffen wußte,

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